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Dienstgeberabgabe

Veröffentlichung: NÖDIS Nr. 13/5.10.2018 


Die Dienstgeberabgabe (DAG) ist ein gesetzlich vorgeschriebener Pauschalbetrag, den ein Dienstgeber unter bestimmten Voraussetzungen für geringfügige Beschäftigungsverhältnisse (zusätzlich zum Unfallversicherungsbeitrag) zu entrichten hat.

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Wann

Grundvoraussetzung für die DAG ist, dass der Dienstgeber mehr als einen geringfügig beschäftigten Dienstnehmer hat.

Die DAG ist in diesem Fall dann abzuführen, wenn die Summe der monatlichen allgemeinen Beitragsgrundlagen (Entgelt ohne Sonderzahlungen) dieser Personen das Eineinhalbfache der monatlichen Geringfügigkeitsgrenze (2018: € 657,08) übersteigt. 

Das bedeutet: Bei der Feststellung, ob die DAG zu entrichten ist oder nicht, ist die jeweilige Höchstbeitragsgrundlage (HB) zu berücksichtigen. Für freie Dienstnehmer (egal ob mit oder ohne Sonderzahlung) gilt dabei in diesem Fall ebenfalls die tägliche HB von € 171,00 (Wert für 2018). Zur Ermittlung der DAG sind sämtliche geringfügig Beschäftigte eines Dienstgebers, die der Unfallversicherung nach dem Allgemeinen Sozialversicherungsgesetz (ASVG) unterliegen, im gesamten Bundesgebiet zu berücksichtigen. Es ist daher nicht auf die einzelne Beitragskontonummer abzustellen, sondern es ist der Dienstgeber in seiner Gesamtheit zu betrachten.

Falls bei Ihnen als Dienstgeber auch geringfügig beschäftigte Dienstnehmer tätig werden, die bei der Versicherungsanstalt öffentlich Bediensteter (BVA) versichert sind, beachten Sie bitte, dass keine Zusammenrechnung der Beitragsgrundlagen von ASVG-Beschäftigten und BVA-Versicherten zu erfolgen hat. Für die Beurteilung der Pflicht zur Abführung der DAG sind beide Personengruppen getrennt zu betrachten.

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Wieviel

Die DAG in der Höhe von 16,40 % ist zu entrichten von der Summe der Entgelte (einschließlich der Sonder­zahlungen) nach § 49 ASVG, die der Dienstgeber jeweils in einem Kalendermonat an seine geringfügig beschäftigten Dienstnehmer zu zahlen hat.

Bei dieser Bemessungsgrundlage ist die HB also (im Gegensatz zur "Vorfrage", ob die DAG überhaupt anfällt) nicht zu berücksichtigen.

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Wie abrechnen

Für eine kürzer als einen Monat vereinbarte geringfügige Beschäftigung gilt:

  • Wenn nur die Unfallversicherung zu verrechnen ist, ist auf der Beitragsnachweisung die Beitragsgruppe der geringfügigen Beschäftigung zu verwenden (auch bei einem Beitrag von € 0,00, also für Personen ab Vollendung des 60. Lebensjahres).
  • Wenn auch die DAG zu verrechnen ist, ist auf der Beitragsnachweisung zusätzlich die Verrechnungsgruppe N64 anzugeben (unabhängig vom Alter des Versicherten).
  • Die Verrechnungsgruppen N72 und N74 dürfen in Zusammenhang mit einer kürzer als einen Monat vereinbarten Beschäftigung nicht verwendet werden.


Für eine nicht kürzer als einen Monat vereinbarte geringfügige Beschäftigung gilt:

  • Für Versicherte vor Vollendung des 60. Lebensjahres kommt nur die normale Beitragsgruppe zur Anwendung, wenn keine DAG anfällt, selbiges gilt auch für Versicherte ab Vollendung des 60. Lebensjahres.
  • Für Versicherte vor Vollendung des 60. Lebensjahres mit DAG ist entweder die normale Beitragsgruppe und zusätzlich die Verrechnungsgruppe N64 oder nur die Verrechnungsgruppe N72 zu verwenden.
  • Für Versicherte ab Vollendung des 60. Lebensjahres mit DAG kommt nur die Verrechnungsgruppe N74 (ohne normale Beitragsgruppe) zur Anwendung.


Weitere Informationen zur geringfügigen Beschäftigung können Sie unter dem Link in der Rubrik "Mehr zum Thema" abrufen.

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Beispiele

Beispiel zur Berücksichtigung der Höchstbeitragsgrundlage (HB)

Ein Dienstgeber beschäftigt in einem Kalendermonat folgende Personen:

  • Dienstnehmer A (N24k) vom 4.6.2018 bis 5.6.2018, Entgelt für diesen Kalendermonat: € 400,00
  • Dienstnehmer B (N24k) vom 18.6.2018 bis 19.6.2018, Entgelt für diesen Kalendermonat: € 344,00


Für die Beurteilung "DAG ja oder nein?" sind folgende Beträge heranzuziehen:

  • Dienstnehmer A: 2 x € 171,00 = € 342,00
  • Dienstnehmer B: 2 x € 171,00 = € 342,00
  • Gesamt: € 684,00, die DAG fällt an.


Beispiel zur Berücksichtigung ­einer Urlaubsersatzleistung (UE)

Ein Dienstgeber beschäftigt folgende Personen:

  • Dienstnehmer A: monatliches Entgelt = € 400,00
  • Dienstnehmer B: monatliches Entgelt = € 400,00


Auflösung der beiden Dienstverhältnisse per 30.11.2018

  • UE pro Dienstnehmer: € 50,00
  • Pflichtversicherung verlängert sich bis in den Dezember 2018 hinein.
  • November 2018: Die DAG fällt an (da Gesamtsumme über € 657,08).
  • Dezember 2018: Die DAG fällt nicht an (da UE-Gesamtsumme € 657,08 nicht übersteigt).


Autor: Matthias Berger/NÖGKK