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Abgabe von Aktien an Mitarbeiter


Veröffentlichung: NÖDIS, Nr. 11/Oktober 2017 

Ab dem nächsten Jahr kommt es zu Neuerungen bei der beitragsrechtlichen Behandlung der Gewährung von Aktien an Beschäftigte. Gesetzliche Grundlage dafür ist der § 49 Abs. 3 Z 18 lit. d Allgemeines Sozialversicherungsgesetz (ASVG) in der Fassung ab 1.1.2018.

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Die neue Bestimmung ab 2018

Beitragsfrei ist der Vorteil aus der unentgeltlichen oder verbilligten Abgabe von Aktien an Arbeitgebergesellschaften durch diese selbst oder durch eine Mitarbeiterbeteiligungsstiftung bis zu einem Betrag von € 4.500,00 jährlich, soweit dieser Vorteil einkommensteuerbefreit ist.

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Voraussetzungen

  • Der Vorteil muss allen Arbeitnehmern oder bestimmten Gruppen von Arbeitnehmern eines der genannten Unternehmen gewährt werden.
  • Der Arbeitnehmer muss die Aktien und die damit verbundenen Stimmrechte mindestens bis zur Beendigung des Dienstverhältnisses an eine Mitarbeiterbeteiligungsstiftung zur treuhändigen Verwahrung und Verwaltung übertragen. Die Vereinbarung über die treuhändige Verwahrung und Verwaltung der Aktien und über die Übertragung der damit verbundenen Stimmrechte muss so ausgestaltet sein, dass eine Kündigung vor Beendigung des Dienstverhältnisses nicht zulässig ist.


Werden die Aktien vor Beendigung des Dienstverhältnisses dem Arbeitnehmer ausgefolgt, gilt dies als Zufluss eines geldwerten Vorteiles. Die Anschaffungskosten der Aktien entsprechen stets dem gemäß § 15 Abs. 2 Z 1 Einkommensteuergesetz (EStG 1988) ermittelten Wert der Aktien im Zeitpunkt der Abgabe an den Arbeitnehmer.

Ebenfalls beitragsfrei ab 2018 ist der Vorteil aus der unentgeltlichen oder verbilligten treuhändigen Verwahrung und Verwaltung von Aktien durch eine Mitarbeiterbeteiligungsstiftung für ihre Begünstigten (§ 49 Abs. 3 Z 18 lit. e ASVG).

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Arbeitgebergesellschaften

Arbeitgebergesellschaften sind die Gesellschaft, die Arbeitgeber der Begünstigten ist, sowie mit dieser

  • verbundene Konzernunternehmen
  • oder im Rahmen eines Sektors gesellschaftsrechtlich verbundene Unternehmen oder
  • in einem Haftungsverbund gemäß Bankwesengesetz verbundene Unternehmen.
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Mitarbeiterbeteiligungsstiftungen

Mit der Mitarbeiterbeteiligungsstiftung wird (in Ergänzung zu den bisher gesetzlich geregelten Privatstiftungen) eine neue Form einer betrieblichen Privatstiftung eingeführt. 

Anders als die Belegschaftsbeteiligungsstiftung, die unmittelbar der Weitergabe von Beteiligungserträgen aus Beteiligungen am Unternehmen des Arbeitgebers oder an mit diesem verbundenen Konzernunternehmen dient, soll die neue Mitarbeiterbeteiligungsstiftung primär der Weitergabe von Aktien an den Arbeitgebergesellschaften an die Arbeitnehmer (bzw. deren Angehörige) dienen. 

Die steuerliche und sozialversicherungsrechtliche Begünstigung für Optionen, die vor dem 1.4.2009 eingeräumt wurden, gilt (sofern die entsprechenden Voraussetzungen vorliegen) weiterhin. 

Autor: Matthias Berger/NÖGKK