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Teilpension - Erweiterte Altersteilzeit


Veröffentlichung: NÖDIS, Nr. 12/September 2015 

Dienstgebern, die mit Personen, die bereits einen Anspruch auf eine Korridorpension haben, eine Teilpension vereinbaren, werden (unter bestimmten Voraussetzungen) die zusätzlichen Aufwendungen vom Arbeitsmarktservice (AMS) ersetzt. Die Bestimmungen über diesen Aufwandsersatz, der (ebenfalls) als Teilpension bezeichnet wird, treten ab 1.1.2016 in Kraft.

Primäres Ziel der Teilpension ist es, ältere Dienstnehmer im Arbeitsleben zu halten. Anstatt mit Vollendung des 62. Lebensjahres die Korridorpension in Anspruch zu nehmen, werden Beschäftigungsverhältnisse in Teilzeit bis zum Erreichen des Regelpensionsalters gefördert. Folglich kommt die Teilpension vorerst nur für männliche Dienstnehmer in Frage, da das Anfallsalter für die Alterspension von Frauen die Vollendung des 60. Lebensjahres ist. Für Frauen kommt die Korridorpension erst ab dem Jahr 2028 in Betracht. Vorher besteht für sie die Möglichkeit bereits vor Vollendung des 62. Lebensjahres entweder eine Alterspension oder eine vorzeitige Alterspension bei langer Versicherungsdauer in Anspruch zu nehmen. 

Die allgemeinen Anspruchsvoraussetzungen für die Teilpension sind identisch mit jenen für die Altersteilzeit (notwendige Vorversicherungszeiten etc.).

Der Dienstnehmer kann seine Normalarbeitszeit um 40 bis 60 % reduzieren. Für (mindestens) die Hälfte des entfallenden Lohnes erhält er vom Dienstgeber einen Lohnausgleich, wie folgende Beispiele zeigen:

  • Reduzierung der Arbeitszeit auf 50 % – Bezug von 75 % des Lohnes.
  • Reduzierung der Arbeitszeit auf 60 % – Bezug von 80 % des Lohnes.
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Beitragsberechnung

Die anfallenden Beiträge zur Kranken-, Pensions- und Arbeitslosenversicherung (KV, PV, AV; der Unfallversicherungsbeitrag entfällt ab Vollendung des 60. Lebensjahres) sind von der Beitragsgrundlage vor Herabsetzung der Normalarbeitszeit zu berechnen. Ebenso die Arbeiterkammerumlage (AK), die Landarbeiterkammerumlage (LK), der Wohnbauförderungsbeitrag (WF), der Schlechtwetterentschädigungsbeitrag (SW), der Zuschlag nach dem Insolvenz-Entgeltsicherungsgesetz (IE), der Nachtschwerarbeits-Beitrag (NB) und der Beitrag zur Betrieblichen Vorsorge (BV-Beitrag).

Von der Differenz des Teilzeitarbeitsentgeltes zuzüglich des Lohnausgleiches zur Beitragsgrundlage vor Herab­setzung der Normalarbeitszeit sind vom Dienstgeber die Gesamtbeiträge zu entrichten.

Das AMS ersetzt dem Dienstgeber

  • den zusätzlichen Aufwand, der durch einen Lohnausgleich bis zur Höchstbeitragsgrundlage in Höhe von 50 % des entfallenden Ent­geltes entsteht, sowie
  • jene Dienstnehmer- und Dienstgeberbeiträge zur Sozialversicherung (KV, PV, AV, IE), die für den Unterschiedsbetrag zwischen der Beitragsgrundlage vor der Herabsetzung der Normalarbeitszeit und dem Entgelt auf Grund der Teilpension (einschließlich Lohnausgleich) anfallen.
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Altersteilzeit und Teilpension

Für Personen, für die der Dienstgeber bereits Altersteilzeitgeld bezogen hat, gelten die Voraussetzungen auch als erfüllt, wenn die kontinuierliche Herabsetzung der Arbeitszeit mit Beginn der Altersteilzeit erfolgte und seither ununterbrochen vorliegt. Eine Teilpension kann in diesem Fall jedoch nur für die auf die Höchstdauer von fünf Jahren noch fehlende Zeit bezogen werden.

Für Personen, für die bereits Altersteilzeitgeld auf Grund einer Blockzeitvereinbarung bezogen wurde, besteht kein Anspruch auf eine Teilpension.

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Beispiel

Ein 62-jähriger Angestellter (Beitragsgruppe D3u) mit einem Gehalt von € 3.000,00 erfüllt die Anspruchsvoraussetzungen für die Korridorpension. Im Jänner 2016 schließt er mit seinem Dienstgeber eine Teilpensionsvereinbarung ab. Er arbeitet nur mehr 20 Stunden/Woche (= Reduktion der Arbeitszeit auf 50 %) und erhält dafür € 1.500,00 und einen Lohnausgleich von € 750,00 (= € 2.250,00). 

Die Sozialversicherungsbeiträge und Nebenbeiträge in Höhe von € 1.152,00 und der BV-Beitrag von € 45,90 werden auf Basis des ursprünglichen Gehaltes von € 3.000,00 bezahlt.

Dem Dienstgeber wird vom AMS ersetzt:

Lohnausgleich€ 750,00
DG-Anteil KV, PV, AV, IE (ohne WF); 19,78 % von € 750,00€ 148,35
DG- und DN-Anteil KV, PV, AV, IE (ohne WF, AK); 36,90 % von € 750,00€ 276,75
Gesamt€ 1.175,10

Autor: Gerhard Trimmel/NÖGKK