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Anfrage zur beitragsrechtlichen Behandlung von Essensbons


Veröffentlichung: NÖDIS, Nr. 9/Juli 2015

"Unsere Beschäftigten erhalten vom Dienstgeber pro Arbeitstag Essensbons und, wenn sie auf Dienstreise sind, Tagesgelder. Gebühren die Essensmarken auch während der Dienstreise? Wenn ja, sind sie dann beitragspflichtig oder -frei?"

Ob die Essensbons auch während der Dienstreise gebühren, ist eine arbeitsrechtliche Frage. Das bedeutet: Es hängt davon ab, ob im konkreten Fall der Dienstgeber rechtlich dazu verpflichtet ist (beispielsweise auf Grund des Kollektivvertrages, einer Betriebsvereinbarung oder einer Einzelvereinbarung), neben den Tagesgeldern auch Essensmarken zu gewähren. Besteht eine derartige Verpflichtung, sind die Essensbons in voller Höhe beitragspflichtig.

Stellt der Dienstgeber aber die Essensbons während der Dienstreise freiwillig zur Verfügung, sind sie beitragsrechtlich wie Tagesgelder zu behandeln. Das bedeutet: Übersteigt die Summe aus bezahltem Tagesgeld und dem Wert des Essensbons € 26,40 pro Tag (bzw. den jeweils aliquoten Teil), ist der übersteigende Teil als beitragspflichtiger Bezug zu behandeln.

Dazu ein Beispiel: Ein Dienstnehmer unternimmt von 8:00 Uhr bis 16:30 Uhr eine (Inlands-)Dienstreise. Laut Kollektivvertrag gebührt ihm für eine Dienstreise ein Tagesgeld von € 19,00. Zusätzlich gewährt ihm der Dienstgeber an diesem Tag auch freiwillig einen Gutschein für Mahlzeiten in Höhe von € 4,40.

Lösung: Das ausbezahlte Tagesgeld laut Kollektivvertrag plus der Wert des Gutscheines für Mahlzeiten betragen gesamt € 23,40. Da jedoch die Höchstgrenze des nicht steuerbaren bzw. steuerfreien Tagesgeldes von € 19,80 (= 9/12 von € 26,40)* überschritten wird, ist die Differenz von € 3,60 beitragspflichtig abzurechnen.

* Dauert eine Dienstreise länger als drei Stunden, so wird für jede angefangene Stunde ein Zwölftel gerechnet.

Die Redaktion

Autor: Wolfgang Mitterstöger/NÖGKK