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Abrechnung einer integrativen Berufsausbildung


Veröffentlichung: NÖDIS, Nr. 5/April 2015 

"Ich möchte im Rahmen einer integrativen Berufsausbildung eine Person mit körperlicher Behinderung als Lehrling einstellen. Die Lehrzeit beträgt drei Jahre und verlängert sich durch die integrative Berufsausbildung um ein Jahr. Welche Besonderheiten sind bei der Abrechnung der Sozialversicherungsbeiträge zu beachten?"

Personen, die eine integrative Berufsausbildung (IBA) absolvieren, gelten im Sinne des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes (ASVG) als Lehrlinge. Es sind daher auch die Bestimmungen für die Beitragsabrechnung für Lehrlinge anzuwenden.

Bei einer vierjährigen IBA kommen folgende Beitragsgruppen für Arbeiter bzw. Angestellte zur Anwendung:

  • 1. und 2. Lehrjahr: Beitragsgruppe A7y bzw. D7b, Beitragspflicht in der Pensionsversicherung (PV).
  • 3. Lehrjahr: Beitragsgruppe A4y bzw. D4b, Beitragspflicht in der PV und Krankenversicherung (KV).
  • 4. Lehrjahr: Beitragsgruppe A3y bzw. D3b, Beitragspflicht in der PV, KV und Arbeitslosenversicherung (AV).

 

Ein Wechsel der Beitragsgruppe während der Lehrzeit ist mittels Änderungsmeldung bekannt zu geben. Ändert sich die Höhe der Lehrlingsentschädigung bzw. der Ausbildungsbeihilfe (bei Personen, die in überbetrieblichen Einrichtungen ausgebildet werden), ist dies in der Beitragsnachweisung zu berücksichtigen (Vorschreibebetriebe legen eine Änderungsmeldung vor).

Als Beitragsgrundlage ist die Lehrlingsentschädigung heranzuziehen, deren Höhe durch den Kollektivvertrag festgelegt ist. Erfolgt keine individuelle Regelung, sind die Lehrjahre auf sogenannte Ausbildungsphasen umzulegen und entsprechend zu entlohnen. In Ihrem Fall würde die Lehrlingsentschädigung für jeweils 16 Monate (zwölf plus vier Monate) gebühren. Zu beachten ist dabei, dass die Beitragspflicht jedoch anhand der tatsächlichen Ausbildungsdauer zu beurteilen ist. So erhöht sich z. B. der Zeitraum für den Entfall des Krankenversicherungsbeitrages während der ersten zwei Lehrjahre durch Ausbildungsphasen von jeweils 16 Monaten nicht.

Die Redaktion

Autor: Gerhard Trimmel/NÖGKK