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BUAG-Novelle: Neue Verfallsbestimmungen und Urlaubsersatzleistung


Veröffentlichung: NÖDIS, Nr. 18/Dezember 2014

Wann verfallen Urlaubsansprüche und wann steht eine Urlaubsersatzleistung zu? Die Bauarbeiter-Urlaubs- und Abfertigungskasse (BUAK) informiert Sie hier über diese Neuerungen.

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Verfall von Urlaubsansprüchen

Bauarbeiter errichtet Ziegelmauer_Quelle BilderBox Gemäß § 7 Abs. 6 Bauarbeiter-Urlaubs- und Abfertigungsgesetz (BUAG) verfallen alle Urlaubsansprüche, die nicht bis zum 31.3. des drittfolgenden Jahres nach dem Kalenderjahr, in dem der Urlaubsanspruch entstanden ist, verbraucht wurden. Urlaubsanwartschaften aus dem Jahr 2012 verfallen somit am 31.3.2015. Offene Urlaubsansprüche aus dem Jahr 2011 oder älter müssen spätestens bis zum 31.12.2014 konsumiert werden.

Bitte beachten Sie, dass sowohl Einreichung als auch Verbrauch des Urlaubes vor dem Verfallsdatum liegen müssen.

Ab 1.1.2015 sind auch Firmen mit Treuhandkonten dazu verpflichtet, bei der Einreichung um Urlaubsentgelte die vereinbarte Urlaubshaltung bekanntzugeben, damit die BUAK die neuen Verfallsbestimmungen adminis­trieren kann (§ 8 Abs. 2 BUAG).

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Urlaubsersatzleistung

Bei der Urlaubsersatzleistung handelt es sich um eine neue Form des Urlaubsverbrauches, die seit 1.11.2014 bereits beansprucht werden kann. Arbeitnehmer können gemäß § 9 Abs. 2 BUAG bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses den offenen und noch nicht verbrauchten Urlaubsanspruch geltend machen. Dabei ist eine unverzügliche Antragstellung durch den Arbeitnehmer erforderlich. Die BUAK übernimmt die Arbeitgeberfunktion und führt alle gesetzlichen Abgaben ab.

Darüber hinaus ist in § 9 Abs. 3 BUAG eine automatische Verrechnung der Urlaubsersatzleistung für all jene Arbeitnehmer vorgesehen, deren Urlaubsansprüche binnen fünf Monaten nach Austritt verfallen würden.

Die Urlaubsersatzleistung gebührt nur, solange kein BUAG-pflichtiges Beschäftigungsverhältnis eingegangen wird (§ 9 Abs. 4 BUAG).

Die oben genannten Verfallstermine müssen auch bei der Inanspruchnahme einer Urlaubsersatzleistung eingehalten werden. 

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Auswirkungen für den Arbeitgeber 

  • Sofortige Urlaubseinreichung bzw. Rückzahlungsverpflichtung bei Beendigung von Arbeitsverhältnissen (§ 8 Abs. 7 BUAG): Um es der BUAK zu ermöglichen, bei Beendigung von Arbeitsverhältnissen den tatsächlichen Stand der nicht verbrauchten Urlaubstage zu ermitteln, wurde der Arbeitgeber zur unverzüglichen Einreichung von gehaltenen, aber noch nicht gemeldeten Urlauben und zur unverzüglichen Rückzahlung von überwiesenen, aber nicht verbrauchten Urlaubsentgelten verpflichtet.
  • Unverzügliche Meldung von Austritten (§ 22 Abs. 2a BUAG): Gemäß § 22 Abs. 2a BUAG sind Arbeitgeber verpflichtet, jede Beendigung eines Arbeitsverhältnisses unverzüglich zu melden. Diese Bestimmung dient der BUAK dazu, Urlaubsersatzleistungsansprüche (§  9 BUAG) im Anschluss an ein beendetes Arbeitsverhältnis umgehend verrechnen und eine Anmeldung zur Sozialversicherung vornehmen zu können.

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Weitere Informationen

Telefon: 0579 579 DW 5000
E-Mail: kundendienst@buak.at
Internet: www.buak.at

Autorin: Mag.a Angelika Holl/BUAK