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Sachbezüge: KFZ-Abstellplatz und Wert der vollen freien Station


Veröffentlichung: NÖDIS, Nr. 10/Juli 2014 

Dem Themenkomplex der Privatnutzung des Firmen-Kraftfahrzeuges (KFZ) haben wir uns bereits gewidmet. Dieses Mal beschäftigen wir uns u. a. mit der Privatnutzung des arbeitgebereigenen KFZ-Abstell- oder Garagenplatzes und dem Wert der vollen freien Station. 

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Privatnutzung des arbeitgebereigenen KFZ-Abstell- oder Garagenplatzes

Kann ein Dienstnehmer das für Fahrten zwischen der Wohnung und Arbeitsstätte genutzte KFZ während der Arbeitszeit auf einem arbeitgebereigenen Abstell- oder Garagenplatz parken, der im Bereich der Parkraumbewirtschaftung liegt, so ist dafür ein monatlicher Sachbezug von € 14,53 anzusetzen.

Dieser Sachbezug stellt einen Mittelwert sowohl für arbeitgebereigene als auch für angemietete Abstell- oder Garagenplätze dar, unabhängig von der Höhe der Kosten, die dem Dienstgeber tatsächlich entstehen. Der volle Sachbezugswert ist auch dann anzusetzen, wenn:

  • der Dienstnehmer nur gelegentlich parkt,
  • sich mehrere Dienstnehmer einen Parkplatz teilen oder
  • der Dienstnehmer das KFZ für berufliche Fahrten benötigt.

 

Dem Dienstnehmer muss kein konkreter Abstell- oder Garagenplatz individuell zugeordnet sein. Ein Sachbezug liegt bereits dann vor, wenn der  Dienstnehmer berechtigt ist, einen arbeitgebereigenen Parkplatz zu benützen. Diese Berechtigung wird u. a. durch die Übergabe einer Parkkarte oder eines Parkpickerls eingeräumt.

Wird allerdings ein Abstell- oder Garagenplatz in der Nähe der Wohnung des Dienstnehmers zur Verfügung gestellt, der ständig und auch außerhalb der Arbeitszeit genutzt werden kann, kommt nicht der Sachbezugswert von € 14,53 zur Anwendung, sondern die Höhe ist individuell zu bewerten. 

Für einspurige KFZ (Motorräder, Mopeds, E-Bikes etc.) ist für Abstell- oder Garagenplätze kein Sachbezugswert abzurechnen. 

Parkraumbewirtschaftung

Parkraumbewirtschaftung liegt vor, wenn das Abstellen von KFZ auf öffentlichen Verkehrsflächen für einen bestimmten Zeitraum gebührenpflichtig ist. Die Parkraumbewirtschaftung muss über mehrere zusammenhängende Straßenzüge gegeben sein und die Gebührenpflicht zumindest teilweise innerhalb der Arbeitszeit des Dienstnehmers liegen. Parkraumbewirtschaftung gilt nur für Städte, die in der Sachbezugswerteverordnung angeführt sind.

Wenn der Abstell- oder Garagenplatz nur teilweise von Gebieten mit Gebührenpflicht umgeben ist, ist zu unterscheiden:

  • Liegt der Abstell- oder Garagenplatz am Rande einer gebührenpflichtigen Parkzone, ist kein Sachbezug anzusetzen, wenn ein gesamter das Gelände umschließender Straßenzug keiner Parkraumbewirtschaftung unterliegt und das Abstellen dort zulässig und möglich ist (Grafik 1).
  • Liegt der Abstell- oder Garagenplatz innerhalb einer parkraumbewirtschafteten Zone und ist lediglich auf einzelnen angrenzenden Straßenabschnitten bzw. einzelnen Parkplätzen kostenloses Parken möglich, ist hingegen ein Sachbezugswert anzusetzen (Grafik 2).

Grafik 1

Parkraumbewirtschaftung_Grafik 1_Quelle NÖGKK

 






Grafik 2

Parkraumbewirtschaftung_Grafik 2_Quelle NÖGKK







Kostenersätze

Kostenersätze des Dienstnehmers vermindern den anzusetzenden Sachbezugswert. Über den Sachbezugswert hinausgehende höhere Kostenersätze führen nicht zu Werbungs­kosten. 

Als Kostenersatz ist die tatsächliche Kostenbelastung des Dienstnehmers, somit der Bruttowert inklusive Umsatzsteuer anzusetzen.

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Wert der vollen freien Station

Der Sachbezugswert der vollen freien Station beträgt monatlich €  196,20. In der Land- und Forstwirtschaft beträgt der Wert des kostenlosen oder verbilligten Wohnraumes € 190,80 jährlich (€ 15,90 monatlich). 

In diesen Werten sind enthalten:

  • Die Wohnung (ohne Beheizung und Beleuchtung) mit einem Zehntel,
  • die Beheizung und Beleuchtung mit einem Zehntel,
  • das erste und das zweite Frühstück mit je einem Zehntel,
  • das Mittagessen mit drei Zehntel,
  • die Jause mit einem Zehntel und
  • das Abendessen mit zwei Zehntel.

 

Der Sachbezugswert der vollen freien Station kommt nur dann zur Anwendung, wenn dem Dienstnehmer, der im Haushalt des Dienstgebers aufgenommen ist, neben dem kostenlosen oder verbilligten Wohnraum auch Verpflegung zur Verfügung gestellt wird. 

Wird die volle oder teilweise freie Station tageweise oder wochenweise gewährt, so ist für den Tag ein Dreißigstel und für die Woche sieben Dreißigstel anzusetzen.  

Erhöhung

Wird die volle freie Station nicht nur dem Dienstnehmer, sondern auch seinen Familienangehörigen gewährt, so erhöhen sich die Beträge:

  • Für den Ehegatten (Lebensgefährten) um 80 %,
  • für jedes Kind bis zum sechsten Lebensjahr um 30 %,
  • für jedes nicht volljährige Kind im Alter von mehr als sechs Jahren um 40 % und
  • für jedes volljährige Kind sowie jede andere im Haushalt des Dienstnehmers lebende Person um 80 %.

 

Kostenersätze

Kostenersätze des Dienstnehmers vermindern den anzusetzenden Sachbezugswert um den entsprechenden Anteilswert der Zehntelregelung. 

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Einfache Unterkunft

Für die Zurverfügungstellung einer einfachen arbeitsplatznahen Unterkunft (z. B. Schlafstelle, Burschenzimmer) durch den Dienstgeber (ohne Aufnahme in den Haushalt) ist kein Sachbezug anzusetzen, sofern an dieser Unterkunft nicht der Mittelpunkt des Lebensinteresses begründet wird. Hierbei handelt es sich also um sehr einfache Unterkünfte, die keine "normgerechten" Wohnungen mit Kochgelegenheit, Nasszelle etc. sind.

Bei einer "normgerechten" Wohnung bis zu 30 m² ist dann kein Sachbezug anzusetzen, wenn auf Grund der Natur des Dienstverhältnisses ein besonderes Interesse des Dienstgebers an der raschen Verfügbarkeit des Dienstnehmers am Arbeitsplatz gegeben ist. 

Autorin: Mag. (FH) Karina Sandhofer