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Betriebliche Vorsorge: Berechnung bei Wochengeldbezug


Veröffentlichung: NÖDIS, Nr. 10/Juli 2014 

Im zweiten Teil unserer Serie beschäftigen wir uns mit der Beitragsleistung zur Betrieblichen Vorsorge (BV) bei Wochengeldbezug. 

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Beitragsleistung durch Dienstgeber

Für die Dauer eines Anspruches auf Wochengeld nach dem Allgemeinen Sozialversicherungsgesetz (ASVG) haben Sie als Dienstgeber bei weiterhin aufrechtem Dienstverhältnis Beiträge zur Betrieblichen Vorsorge (BV-Beiträge) in Höhe von 1,53 % von einer fiktiven Bemessungsgrundlage (BMGL) zu entrichten. 

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Bemessungsgrundlage

Die BMGL ist ein Monatsentgelt, berechnet nach dem in den letzten drei Kalendermonaten vor Eintritt des Versicherungsfalles der Mutterschaft gebührenden Entgelt. Sonderzahlungen erhöhen die Bemessungsgrundlage (in der Regel um ein Sechstel), es sei denn, sie sind während des Wochengeldbezuges weiter zu gewähren.

Zeiten, für die nicht das volle Entgelt bezogen wird, sind außer Betracht zu lassen. Die drei Kalendermonate müssen nicht unmittelbar aufeinanderfolgen. Hat das Dienstverhältnis noch keine drei Kalendermonate gedauert, wird der Durchschnitt der vorhandenen vollen Monate herangezogen. 

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Neuerliches Beschäftigungsverbot

Bei einem neuerlichen Eintritt eines Beschäftigungsverbotes nach § 3 des Mutterschutzgesetzes 1979 (MSchG), unmittelbar nach oder in zeitlicher Nähe zu einer Karenz im Sinne des MSchG, sind drei Konstellationen zu unterscheiden. 

Selbes Dienstverhältnis: Das neuerliche absolute Beschäftigungsverbot tritt

  • unmittelbar im Anschluss an eine vorherige Karenz nach dem MSchG im selben Dienstverhältnis (Beispiel 1) oder
  • nach einer kürzer als drei Monate dauernden Beschäftigung im selben Dienstverhältnis zwischen der vorherigen Karenz nach dem MSchG und dem neuerlichen Beschäftigungsverbot (Beispiel 2) ein.

 

In diesen Fällen ist als BMGL das für den Kalendermonat vor dem Beschäftigungsverbot, das dieser Karenz unmittelbar vorangegangen ist, gebührende Monatsentgelt heranzuziehen (berechnet nach den letzten drei vollen Kalendermonaten).

Neues Dienstverhältnis: Das neuerliche absolute Beschäftigungsverbot tritt

  • nach einer kürzer als drei Kalendermonate dauernden Beschäftigung in einem neuen Dienstverhältnis, das nach der Beendigung des karenzierten Dienstverhältnisses und vor dem Eintritt des neuerlichen Beschäftigungsverbotes begründet worden ist (Beispiel 3), ein.

 

In diesem Fall ist als BMGL das für den letzten Kalendermonat vor dem neuerlichen Eintritt des absoluten Beschäftigungsverbotes im neuen Dienstverhältnis gebührende volle Monatsentgelt heranzuziehen.

Weitere Informationen sowie Praxisbeispiele finden Sie im BMSVG Fragen-Antworten-Katalog, abrufbar unter dem Link in der rechten Navigationsleiste . 

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Keine Beitragsleistung

Keine BV-Beiträge müssen Sie als Dienstgeber leisten für

  • geringfügig beschäftigte Dienstnehmerinnen, welche aus einer Selbstversicherung nach § 19a des ASVG Anspruch auf Wochengeld haben,
  • mehrfach geringfügig beschäftigte Dienstnehmerinnen, bei denen es durch die Zusammenrechnung der Dienstverhältnisse zu einer Pflichtversicherung in der Krankenversicherung kommt.
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Beispiele

Beispiel 1

Berechnung der BV bei Wochengeldbezug_Beispiel 1_Quelle NÖGKK

 



Beispiel 2

Berechnung der BV bei Wochengeldbezug_Beispiel 2_Quelle NÖGKK




Beispiel 3

Berechnung der BV bei Wochengeldbezug_Beispiel 3_Quelle NÖGKK





Autorin: Mag. (FH) Karina Sandhofer/NÖGKK