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Das Rehabilitationsgeld

Auswirkungen auf die Betriebliche Vorsorge


Veröffentlichung: NÖDIS, Nr. 9/Juni 2014 

Versicherte, deren Arbeitsfähigkeit gemindert ist, können seit 1.1.2014 unter bestimmten Voraussetzungen Rehabilitationsgeld beanspruchen. Diese neue Geldleistung aus der Krankenversicherung dient als finanzielle Unterstützung während der Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess (Details dazu finden Sie in der Zusammenfassung).

Der Bezug von Rehabilitationsgeld während eines arbeitsrechtlich noch aufrechten Dienstverhältnisses kann sich auf die Betriebliche Vorsorge (BV) auswirken. Denn: Für einen Dienstnehmer, der Krankengeld bezieht, sind ja weiterhin Beiträge zur Betrieblichen Vorsorge (BV-Beiträge) zu entrichten. Erhält der Dienstnehmer aber Rehabilitationsgeld, dann ruht sein Krankengeld (er bekommt also nur das Rehabilitationsgeld). Und für dieses Rehabilitationsgeld fallen (im Gegensatz zum Kranken- und Wochengeld) keine BV-Beiträge an!

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Dies bedeutet in der Praxis

  • Hat der Dienstnehmer im Krankheitsfall Anspruch auf 50 % Entgeltfortzahlung und auf 50 % Krankengeld, dann wird das Krankengeld durch das Rehabilitationsgeld ersetzt. Die Folge: Als Dienstgeber haben Sie den Beitrag zur Betrieblichen Vorsorge (BV-Beitrag) nur mehr vom fortzuzahlenden Entgelt zu leisten.
  • Hat der Dienstnehmer keinen Anspruch auf Entgeltfortzahlung mehr, sondern auf 100 % Krankengeld, dann gebührt statt dem Krankengeld ebenfalls Rehabilitationsgeld. Dadurch fällt kein BV-Beitrag mehr an. Bitte beachten Sie jedoch, dass in diesem Fall eine Abmeldung mit dem Abmeldegrund "SV-Ende - Beschäftigung aufrecht" erforderlich ist! Als Ende des BV-Beitrages ist dabei das Ende des Krankengeldbezuges anzugeben. Nimmt der Dienstnehmer nach dem Bezug des Rehabilitationsgeldes seine Tätigkeit wieder auf, ist auch wieder eine Anmeldung zur BV zu erstatten. Hinsichtlich der Meldungen bei Arbeitsunfähigkeit beachten Sie auch bitte folgenden Artikel:
    linkMeldung bei Arbeitsunfähigkeit 

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Praxisbeispiel zur Abmeldung

Angaben: Der Anspruch auf Entgeltfortzahlung eines Dienstnehmers endet am 31.7.2014. Er erhält ab 1.8.2014 100 % Krankengeld und ab 1.9.2014 Rehabilitationsgeld.

Belegung der Datenfelder im ELDA-Formular Abmeldung:

  • "Abmeldegrund": SV-Ende - Beschäftigung aufrecht
  • "Ende Beschäftigungsverh.": bleibt offen
  • "Ende d. Entgeltanspruches": 31.7.2014
  • "Betrieblicher Vorsorgebeitrag Ende": 31.8.2014

 

Für die korrekte Berechnung der Höhe des Rehabilitationsgeldes kann es vorkommen, dass Ihr (ehemaliger) Dienstnehmer Sie um einen Lohn-, Verdienst-, Gehaltsnachweis etc. ersucht. Im Interesse des Versicherten ersuchen wir Sie, in Einzelfällen einen derartigen Nachweis auszustellen. 

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Zusammenfassung

Wer?

Rehabilitationsgeld können Personen beziehen, die am 1.1.2014 das 50. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Der Pensionsversicherungsträger muss aber bescheidmäßig festgestellt haben, dass eine vorübergehende Invalidität (Berufsunfähigkeit) vorliegt und berufliche Maßnahmen der Rehabilitation nicht zweckmäßig oder nicht zumutbar sind.

Wie hoch?

Das Rehabilitationsgeld gebührt grundsätzlich im Ausmaß des Krankengeldes und ab dem 43. Tag im Ausmaß des erhöhten Krankengeldes. Trifft der Anspruch auf Rehabilitationsgeld mit einem Anspruch auf Erwerbseinkommen, das die Geringfügigkeitsgrenze übersteigt, zusammen, so gebührt ein Teilrehabilitationsgeld. Ein Anspruch auf Krankengeld ruht mit dem Betrag des Rehabilitationsgeldes.

Wie lange?

Das Rehabilitationsgeld gebührt für die Dauer der vorübergehenden Invalidität bzw. Berufsunfähigkeit.

Mehr zum Thema?

Nähere Informationen zum Rehabilitationsgeld finden auf der Homepage der Pensionsversicherung (PVA).

Autor: Wolfgang Mitterstöger/NÖGKK