DRUCKEN

Sachbezüge - Neue Werte und Änderungen ab 2013


Veröffentlichung: NÖDIS, Nr. 14/Dezember 2012

Stellt ein Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer eine Wohnung kostenlos oder verbilligt zur Verfügung, ist der geldwerte Vorteil bei der Lohnverrechnung zu berücksichtigen. Die Höhe des Sachbezuges ist gemäß der Sachbezugswerteverordnung des Bundesministers für Finanzen zu ermitteln. Für kostenlos oder verbilligt gewährten Wohnraum sind jeweils für ein Kalenderjahr die am 31.10. des Vorjahres geltenden Quadratmeterwerte nach § 5 des Richtwertgesetzes anzusetzen. Die für das Kalenderjahr 2013 zu verwendenden Beträge finden Sie hier:

BundeslandRichtwert ab 2013
Burgenland:€ 4,70/m²
Kärnten:€ 6,03/m²
Niederösterreich:€ 5,29/m²
Oberösterreich:€ 5,58/m²
Salzburg:€ 7,12/m²
Steiermark:€ 7,11/m²
Tirol:€ 6,29/m²
Vorarlberg:€ 7,92/m²
Wien:€ 5,16/m²


Die Bewertung von Wohnungen, die Arbeitern und ständig beschäftigten Angestellten in der Land- und Forstwirtschaft kostenlos oder verbilligt bereitgestellt werden, bleibt gleich.

up

Einfache Unterkunft - Neuregelung

Werden Arbeitnehmern einfache arbeitsplatznahe Unterkünfte zur Verfügung gestellt (z. B. "Burschenzimmer"), ist grundsätzlich kein Sachbezug anzusetzen. Dies insofern, als kein vollwertiger Wohnraum gewährt wird, der einen Mittelpunkt der Lebens­interessen darstellen kann. In der Praxis traten diesbezüglich immer wieder Abgrenzungsfragen auf. Die Sachbezugswerteverordnung wurde daher um folgende konkretisierende Regelung ergänzt:

Liegt die rasche Verfügbarkeit des Arbeitnehmers am Arbeitsplatz nach der Natur des Dienstverhältnisses im besonderen Interesse des Arbeitgebers und überlässt der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer kostenlos oder verbilligt eine arbeitsplatznahe Unterkunft (Wohnung, Zimmer bzw. Appartement), ist

  • bis zu einer Größe von 30 m² kein Sachbezug anzusetzen;
  • bei einer Größe von mehr als 30 m² aber nicht mehr als 40 m² beim Ansatz des Sachbezuges ein Abschlag von 35 % zu berücksichtigen, sofern die arbeitsplatznahe Unterkunft durchgehend höchs­tens zwölf Monate vom selben Arbeitgeber zur Verfügung gestellt wird.


Die neuen Bestimmungen betreffen Dienstnehmer, bei denen die Arbeitsplatznähe der Unterkunft im besonderen Interesse des Arbeitgebers gelegen ist, weil sie die Erbringung von Arbeits­leistungen erleichtert.

Dies ist insbesondere dort der Fall, wo die vom Arbeitnehmer zu erbringende Dienstleistung keinem kontinuierlichen Verlauf folgt und die rasche Verfügbarkeit vor Ort für das Arbeitsverhältnis besonders charakteristisch ist. Diese Kriterien werden vor allem von Saisonbetrieben im Hotel- und Gastgewerbe erfüllt.

Info

Bei der Beurteilung, ob eine Unterkunft als arbeitsplatznah zu qualifizieren ist, ist im Wesentlichen auf die rasche Erreichbarkeit der Arbeitsstätte abzustellen. Kann die Arbeitsstätte innerhalb von 15 Minuten erreicht werden, ist jedenfalls von einer arbeitsplatznahen Unterkunft auszugehen.


Wird nach Beendigung des Dienstverhältnisses innerhalb kurzer Zeit (zufolge den Erläuterungen zur Verordnung innerhalb eines Kalendermonates bzw. von 30 Tagen) neuerlich eine Beschäftigung zum selben Arbeitgeber begründet, sind die Zeiten der Zurverfügungstellung der arbeitsplatznahen Unterkunft im Zusammenhang mit der zwölfmonatigen Befristung für den 35%igen Abschlag zu addieren. 

up

Zinsersparnisse - Neuregelung

Die Bewertung der Zinsersparnis bei zinsverbilligten oder unverzinslichen Gehaltsvorschüssen und Arbeitgeberdarlehen erfolgt künftig mittels eines variablen Zinssatzes. Dieser wird vom Bundesminister für Finanzen spätestens zum 30.11. jeden Jahres für das Folgejahr festgesetzt. Für Lohnzahlungszeiträume, die nach dem 31.12.2012 enden, beläuft sich der Zinssatz auf 2 %.

Für zinsverbilligte bzw. unverzinsliche Darlehen bis zu € 7.300,00 ist kein Sachbezug anzusetzen. Bei darüber hinausgehenden Darlehen ist der Sachbezug nur vom übersteigenden Betrag zu ermitteln.

up

Inkrafttreten

Beide Neuregelungen sind für Lohnzahlungszeiträume, die nach dem 31.12.2012 enden, anzuwenden.

Autor: Gerhard Trimmel