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Sozial- und Weiterbildungsfonds


Veröffentlichung: NÖDIS, Nr. 14/Dezember 2012

Im Rahmen einer Novelle zum Arbeitskräfteüberlassungsgesetz (AÜG) wurde u. a. mit 1.1.2013 ein neuer Sozial- und Weiterbildungsfonds geschaffen (BGBl. I Nr. 98/2012).

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Wozu dient dieser Fonds?

Bauhelm auf Baustelle_Quelle BilderBox Der Fonds dient der Förderung von Weiterbildungsmaßnahmen für Arbeitnehmer in überlassungsfreien Zeiten und der Gewährung von finanziellen Zuschüssen für während dieser "Stehzeiten" arbeitslos gemeldeten Personen.

Es ist vorgesehen, dass der Fonds seine Leistungen ausweiten kann. So können auch Unterstützungen für Arbeitgeber gewährt werden, die ihre Arbeitnehmer während der überlassungsfreien Zeit weiterbeschäftigen. Die Leistungen des Fonds werden ab 1.1.2014 erbracht.

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Wie wird der Fonds finanziert?

Finanziert wird der Fonds aus Beiträgen der gewerblichen Arbeitskräfteüberlasser. Beiträge sind zu entrichten, wenn sowohl der Arbeitskräfteüberlasser als auch der Beschäftiger einem Kollektivvertrag unterliegen. Darüber hinaus sichern Mittel aus der Gebarung der Arbeitsmarktpolitik und Einnahmen von Dritten die Dotierung des Fonds.

Die Verpflichtung zur Beitragsleistung durch die Überlasser tritt stufenweise in Kraft.

  • Für überlassene Arbeiter, die mit rund 85 % den überwiegenden Anteil überlassener Arbeitskräfte ausmachen, sind die Beiträge ab 1.1.2013 zu entrichten.
  • Für überlassene Angestellte ab 1.1.2017.


Der Beitragssatz beträgt

  • im Jahr 2013 0,25 %
  • im Jahr 2014 0,35 %
  • im Jahr 2015 0,60 % und
  • im Jahr 2016 0,80 %

der allgemeinen Beitragsgrundlage und der Sonderzahlungen bis zur jeweiligen Höchstbeitragsgrundlage. Auch geringfügige Beschäftigungen unterliegen der Beitragspflicht.

Kein Sozial- und Weiterbildungsfonds-Beitrag ist zu entrichten

  • wenn nur für den Betrieb des Überlassers oder nur für den Betrieb des Beschäftigers ein Kollektivvertrag vorliegt;
  • wenn weder für den Betrieb des Überlassers noch für den Betrieb des Beschäftigers ein Kollektivvertrag vorliegt;
  • für überlassene Angestellte bis 31.12.2016.

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Einhebung und Abrechnung

Der Sozial- und Weiterbildungsfonds-Beitrag ist an den zuständigen Krankenversicherungsträger zusammen mit den Beiträgen zur Sozialversicherung abzuführen. Für die vom Ausland nach Österreich überlassenen Arbeitskräfte geschieht die Beitragseinhebung durch die Bauarbeiter-Urlaubs- und Abfertigungskasse (BUAK).

Die Abrechnung des Sozial- und Weiterbildungsfonds-Beitrages erfolgt mittels Beitragsnachweisung für Arbeiter in der Verrechnungsgruppe N18 bzw. für Angestellte (ab 1.1.2017) in N28.

Autor: Mag. Franz Gruber