DRUCKEN

Auslandsbeschäftigung

Berührungspunkte mit EWR-Staaten bzw. Schweiz


Veröffentlichung: NÖDIS, Nr. 6/Juni 2012

Für EU-Bürger, die im Rahmen ihrer unselbständigen oder selbständigen Tätigkeit Berührungspunkte mit einem oder mehreren EU-Mitgliedstaaten aufweisen, werden die verschiedenen Systeme der Sozialen Sicherheit seit 1.5.2010 durch die Verordnung (EG) Nr. 883/2004 koordiniert. Im Verhältnis zu den EWR-Staaten (Island, Liechtenstein und Norwegen) bzw. der Schweiz gelangte in diesem Zusammenhang allerdings nach wie vor die Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 zur Anwendung. Das Nebeneinander der verschiedenen Rechtsquellen findet nunmehr sein Ende. Dies insofern, als der Geltungsbereich der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 seit 1.4.2012 auf die Schweiz bzw. seit 1.6.2012 auf die EWR-Staaten ausgedehnt wurde. Für Drittstaatsangehörige ändert sich nichts.

Für die Frage, welchen nationalen Rechtsvorschriften ein EU-Bürger im Rahmen grenzüberschreitender Tätigkeit(en) in einem oder mehreren EU-Staaten, EWR-Ländern bzw. der Schweiz unterliegt, ist somit einheitlich die Verordnung (EG) Nr. 883/2004 relevant. Gleiches gilt für EWR-Bürger und Schweizer, die Berührungspunkte mit einem EU-Staat aufweisen.

Eine Entsendung von EU-Bürgern in die Schweiz sowie in die EWR-Staaten und umgekehrt ist seit 1.4.2012 bzw. 1.6.2012 bis zur Höchstdauer von 24 Monaten (bisher zwölf Monate - Verlängerung um maximal weitere zwölf Monate war zu beantragen) möglich. Anstelle des Formulares E 101 steht das Formular PD A1 in Verwendung. Bereits vor dem 1.4.2012 bzw. 1.6.2012 ausgestellte Formulare E 101 behalten ihre Gültigkeit.

Der  Entscheidungsbaum soll die Identifikation, ob die VO (EWG) 1408/71 oder die VO (EG) 883/2004 für die Beurteilung des jeweiligen Sachverhaltes heranzuziehen ist, erleichtern:

linkEntscheidungsbaum laden ... (187.1 KB)


Autor: Hannes Holzinger