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Freiwilligengesetz


Veröffentlichung: NÖDIS, Nr. 6/Juni 2012

Mit 1.6.2012 trat das Freiwilligengesetz (FreiwG) in Kraft, das ein freiwilliges Engagement von Personen im sozialen Bereich (bei gleichzeitiger sozialversicherungsrechtlicher Absicherung) fördern soll.

Signifikant für eine freiwillige Leis­tung im Sinne des FreiwG ist, dass diese

  • unentgeltlich,
  • in einem organisatorischen Rahmen,
  • aus vorwiegend sozialen Motiven,
  • ohne Erwerbsabsicht und
  • nicht im Rahmen eines Arbeitsverhältnisses oder einer Berufsausbildung erfolgt.


Das Freiwilligengesetz bezieht sich also ausschließlich auf Tätigkeiten in einem formellen, organisatorischen Rahmen (vor allem in Vereinen) und nicht auf informelle Tätigkeiten ("Nachbarschaftshilfe")!

Freiwilligenorganisationen sind nur gemeinnützige juristische Personen öffentlichen oder privaten Rechts mit Sitz im Inland, deren Tätigkeit in hohem Ausmaß von Personen im Rahmen des freiwilligen Engagements erfolgt und die nicht auf Gewinn ausgerichtet sind. Für die bescheidmäßige Anerkennung als Freiwilligenorganisation durch den Bundesminister für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz müssen sowohl wirtschaftliche als auch fachliche Voraussetzungen erfüllt werden (z. B. entsprechende Organisationsstrukturen, Erfahrungen im Freiwilligenmanagement, Bildungsprogramme etc.).

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Wer ist "Freiwilliger"?

Junge  und ältere Frau_Quelle BilderBox Teilnehmer des "Freiwilligen Sozialjahres" etc. können Personen ohne einschlägige abgeschlossene Berufsausbildung nach Vollendung des 17. Lebensjahres sein (bei besonderer Eignung nach Vollendung des 16. Lebensjahres), die einmalig eine frei­willige praktische Hilfstätigkeit in der Dauer von sechs bis zwölf Monaten bei einer von einem anerkannten Träger zugewiesenen Einsatzstelle im Inland ausüben (Ausbildungsverhältnis). Der Teilnehmer darf nicht mehr als 34 Wochenstunden tätig sein.

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Soziale Absicherung

Die Freiwilligen unterliegen der Vollversicherung (allerdings nicht der Arbeitslosenversicherung). Als pauschalierte monatliche Beitragsgrundlage ist die Geringfügigkeitsgrenze heranzuziehen (die Freiwilligen dürfen lediglich ein "Taschengeld" bis zur Geringfügigkeitsgrenze erhalten). Insgesamt sind Beiträge zur Krankenversicherung, Unfallversicherung und Pensionsversicherung von 31,85 % zu entrichten (Beitragsgruppe D2w). Nebenbeiträge, Umlagen und Beiträge zur Betrieblichen Vorsorge fallen nicht an. Die Freiwilligen sind in der Sozialversicherung sachleistungsberechtigt, Anspruch auf Kranken- oder Wochengeld besteht jedoch nicht.

Autor: Wolfgang Mitterstöger