DRUCKEN

Dienstleistungsscheck - Werte für 2011


Veröffentlichung: NÖDIS, Nr. 1/Jänner 2011

Der Dienstleistungsscheck ist ein Zahlungsmittel und Lohn für Personen, welche in privaten Haushalten arbeiten - sofern die Entlohnung nicht über der monatlichen Geringfügigkeitsgrenze (zuzüglich Urlaubsersatzleistung und Sonderzahlungsanteil) liegt. Eine Entlohnung mittels Dienstleistungsscheck ist nur möglich, wenn Arbeitnehmer einfache haushaltsnahe Arbeiten in privaten Haushalten durchführen - zum Beispiel Unterstützung bei Haushaltsführung, Reinigung, Kinderbeaufsichtigung oder einfache Gartenarbeiten.

Eine Entlohnung mittels Dienstleistungsscheck bei "Mischverwendungen" (Arbeit sowohl im Haushalt als auch im Unternehmen) oder "Dreiecksverhältnissen" (Tätigkeit von z. B. bei einem Verein beschäftigten Personen in Privathaushalten, wobei zwischen dem Privathaushalt und den beschäftigten Personen keine Rechtsbeziehung besteht, sondern diese nur zwischen Verein und Privathaushalt vorhanden ist, z. B. Familienhelferin) ist nicht erlaubt.

up

Veränderliche Werte 2011

Auf Grund der jährlichen Anpassung gelten für das Jahr 2011 folgende Werte:

Monatliche Geringfügigkeitsgrenze 2011
Ein Arbeitnehmer kann bei beliebig vielen Arbeitgebern tätig sein. Bei ein und demselben Arbeitgeber ist eine Beschäftigung mittels Dienstleistungsschecks nur bis zur Geringfügigkeitsgrenze möglich.

Die monatliche Geringfügigkeitsgrenze für das Kalenderjahr 2011 beträgt EUR 374,02 - weil Urlaubsersatzleistungen sowie anteilige Sonderzahlungen für diese Entgeltgrenze nicht zu berücksichtigen sind, darf das Einkommen mittels Dienstleistungsschecks im Jahr 2011 den Wert von EUR 512,36 pro Monat erreichen.

Dienstgeberabgabe - Eineinhalbfache Geringfügigkeitsgrenze 2011
Bei einer Beschäftigung mittels Dienstleistungsschecks obliegen dem Arbeitgeber Verpflichtungen. Bei der Überschreitung der eineinhalbfachen Geringfügigkeitsgrenze durch die Beschäftigung mehrerer Dienstleistungsscheck-Arbeitnehmer hat der Arbeitgeber die Dienstgeberabgabe nach dem Dienstgeberabgabengesetz (DAG) in der Höhe von 16,4 % der Beitragsgrundlage zu leisten. Die eineinhalbfache Geringfügigkeitsgrenze für das Jahr 2011 beträgt EUR 561,03 pro Monat - weil Urlaubsersatzleistungen sowie anteilige Sonderzahlungen für diese Entgeltgrenze nicht zu berücksichtigen sind, gilt bei der Verwendung von Dienstleistungsschecks im Jahr 2011 ein Grenzwert von EUR 768,53.

up

Freiwillige Kranken- und Pensionsversicherung

Mit dem Dienstleistungsscheck ist jeder Arbeitnehmer automatisch unfallversichert. Arbeitnehmer, die mit ihrem Einkommen aus Dienstleistungsschecks unter der Geringfügigkeitsgrenze liegen, können sich gemäß § 19a ASVG freiwillig in der Kranken- und Pensionsversicherung selbstversichern. Der Monatsbeitrag beträgt dabei für das Jahr 2011 EUR 52,78.

Bei Einkünften über der Geringfügigkeitsgrenze besteht jedenfalls eine Pflichtversicherung in der Kranken-, Unfall- und Pensionsversicherung.

up

Änderungen im Bereich der Mindeststundenlöhne

Seit 1.1.2011 gelten bei Beschäftigungen mittels Dienstleistungsschecks folgende neue Mindeststundenlöhne:

B K S ST T V W
Reinigungskraft, Haushaltshilfe ohne Kochen bzw. Kraft für einfache Gartenarbeit
10,30 10,17 9,32 9,96 10,26 9,95 10,93 11,08 9,27
Reinigungskraft nach Professionisten-Einsatz (z. B. Ausmalen der Wohnung)
13,48 13,71 12,21 12,22 12,54 15,07 15,44 15,51 12,65
Haushaltshilfe mit Kochen
10,49 11,03 9,41 10,07
10,38 10,97 11,04 11,19 9,63
Kinderbetreuung (Beaufsichtigung)
10,30 12,73 9,49
10,07 11,25 12,62 11,21
11,19 10,10
Kranken-/Altenbetreuung (persönliche Dienstleistungen wie Unterstützung bei der Körperpflege oder beim Ankleiden)
14,62 12,96 12,73 13,14 14,14 14,96 13,70 16,23 13,19