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Neuregelung beim Krankengeld für freie Dienstnehmer


Veröffentlichung: NÖDIS, Nr. 13/November 2010

Eine gesetzliche Neuregelung bei der Bildung der Bemessungsgrundlage für das Krankengeld soll mehr Fairness für freie Dienstnehmer bringen.

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Ausgangslage

Erkrankt ein freier Dienstnehmer, greifen im Gegensatz zum Dienstnehmer im Normalfall keine arbeitsrechtlichen Entgeltfortzahlungsbestimmungen. Der freie Dienstnehmer erhält ab dem vierten Tag der Arbeitsunfähigkeit vom Krankenversicherungsträger Krankengeld. Berechnet wurde diese Geldleistung bisher von der Beitragsgrundlage vor dem Ende des vollen Entgeltanspruches - also im Regelfall vom Arbeitsverdienst des Monates vor der Erkrankung.

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Neuregelung

Im Rahmen der 72. Novelle des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes (ASVG) wurde die Ermittlung des Krankengeldes für freie Dienstnehmer neu geregelt. Die Absicht dahinter war, eine ausgewogenere Bemessungsgrundlage für diese Personengruppe zu erreichen.

Für Versicherungsfälle, die nach dem 1.11.2010 eintreten, ist nunmehr eine Durchschnittsbetrachtung vorzunehmen. Die tägliche Bemessungsgrundlage für das Krankengeld wird aus dem Mittelwert der letzten drei Beitragszeiträume gebildet.

Erhält der freie Dienstnehmer während der ersten drei Monate seines Beschäftigungsverhältnisses Krankengeld, wird die Bemessungsgrundlage aus dem durchschnittlichen Arbeitsverdienst an den tatsächlichen Beschäftigungstagen ermittelt.

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Praktische Umsetzung

Grundlage für die Auszahlung von Krankengeld ist die Arbeits- und Entgeltsbestätigung, die vom Dienstgeber elektronisch erstattet wird. Wenn Sie für einen freien Dienstnehmer, für den bereits die neuen Berechnungsregeln gelten eine Arbeits- und Entgeltbestätigung übermitteln, berücksichtigen Sie bitte die neuen Regelungen bei der Befüllung des Formulares.