DRUCKEN

Tages- und Nächtigungsgelder für Fahrtätigkeiten


Veröffentlichung: NÖDIS, Nr. 3/März 2009

Wie bereits berichtet, können die in lohngestaltenden Vorschriften enthaltenen Tagesgelder für "Fahrtätigkeiten" ab 1.1.2008 auf Grund einer Änderung des Einkommensteuergesetzes (EStG) steuer- und somit auch sozialversicherungsfrei ausbezahlt werden.

Voraussetzung hierfür ist einerseits das Vorliegen einer "priviligierten" Tätigkeit (Außendiensttätigkeit, Fahrtätigkeit etc.) und andererseits dass der Arbeitgeber auf Grund einer lohngestaltenden Vorschrift im Sinne des § 68 Abs. 5 Z 1 bis 6 EStG verpflichtet ist, Tagesgelder zu gewähren. Wesentlich hierbei ist weiters, dass der Kollektivvertrag den Dienstort konkret definiert. Liegt eine dahingehende Festlegung im Kollektivvertrag (noch) nicht vor, bleiben Tagesgelder für Fahrtätigkeiten entsprechend der Verwaltungspraxis der Finanzbehörde längstens bis 31.12.2009 steuer- und beitragsfrei (vgl. RZ 704b der Lohnsteuerrichtlinien). Dies gilt gleichermaßen für die Vergangenheit und wird auch von der Sozialversicherung im Hinblick auf eine Gleichschaltung von EStG und ASVG so praktiziert.

Nächtigungsgeld ist der (Pauschal-)Betrag, der bei Vorliegen eines Nächtigungsaufwandes im Rahmen einer Dienstreise anstelle der tatsächlichen Kosten ersetzt werden kann. Pauschale Nächtigungsgelder im Rahmen von Fahrtätigkeiten sind ab 1.1.2009 unter den gleichen Bedingungen wie Tagesgelder unbefristet steuer- und beitragsfrei (Entfall der bisherigen 6-monatigen Befristung). Die Voraussetzungen des im Sinne § 3 Abs. 1 Z 16b EStG - wie z.B. der Anspruch auf Grund einer lohngestaltenden Vorschrift - haben in diesem Zusammenhang vorzuliegen (RZ 741 der Lohnsteuerrichtlinien).

Bei Nächtigungsmöglichkeit in einem Fahrzeug ist das pauschale Nächtigungsgeld (€ 15,--), obwohl die Nächtigungsmöglichkeit vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellt wird, ebenfalls steuerfrei, wenn tatsächlich genächtigt wird (RZ 733 der Lohnsteuerrichtlinien). Dies gilt auch für Zeiträume vor dem 1.1.2009.

Der nichtsteuerbare Ersatz der tatsächlichen Nächtigungskosten (inkl. Frühstück) ist grundsätzlich zeitlich nicht begrenzt. Werden tatsächliche Nächtigungskosten für einen längeren Zeitraum als sechs Monate ersetzt, ist der Prüfung des Umstandes der vorübergehenden Tätigkeit am Einsatzort besondere Beachtung beizumessen. Eine vorübergehende Tätigkeit ist grundsätzlich bei Außendiensttätigkeit, bei Fahrttätigkeit, bei Baustellen- und Montagetätigkeit oder bei Arbeitskräfteüberlassung anzunehmen (RZ 732 der Lohnsteuerrichtlinien).