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Altersteilzeitgeld

Eine Information des Arbeitsmarktservices


Veröffentlichung: NÖDIS, Nr. 4/April 2010

Im Rahmen des Arbeitsmarktpaketes 2009 wurde der Zugang zur Altersteilzeit seit 1.9.2009 generell erleichtert. Zusätzlich wurde darauf Bedacht genommen, den mit dem Altersteilzeitgeld verbundenen Administrativaufwand sowohl bei den Dienstgebern als auch beim Arbeitsmarktservice (AMS) zu verringern. 

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Was hat sich für neue Vereinbarungen seit 1.9.2009 geändert?

Wegfall der Ersatzkrafteinstellung: Bei neuen Altersteilzeitvereinbarungen ist keine Ersatzkrafteinstellung mehr erforderlich, da ohnedies davon ausgegangen werden kann, dass bei entsprechend verbesserter Markt- und Auftragslage auch ohne gesetzliche Verpflichtung benötigte Ersatzkräfte eingestellt werden.

Flexibilisierung in der Arbeitszeitgestaltung:
Um Flexibilität in der Gestaltung des Arbeitseinsatzes gewährleisten zu können, wurde der Durchrechnungszeitraum der Arbeitszeitverteilung bei kontinuierlichen Modellen variabler gestaltet. Dabei soll die Verminderung der Arbeitszeit nicht mehr nur mit gleichbleibender Wochenarbeitszeit möglich sein.

Möglich sind nunmehr

  • eine beliebige Arbeitszeitverteilung, sofern diese innerhalb eines Jahreszeitraumes ausgeglichen wird, oder
  • Abweichungen zwischen der im Altersteilzeitmodell vereinbarten reduzierten Arbeitszeit und der tatsächlich geleisteten Arbeitszeit von nicht mehr als 20 % der vor der Altersteilzeit geleisteten Arbeitszeit, sofern diese Abweichungen im gesamten Vereinbarungszeitraum ausgeglichen werden.


Wird der Rahmen dieser Flexibilisierung der Arbeitszeit überschritten, liegen Blockzeitvereinbarungen vor.

Neue Ersatzrate beim Altersteilzeitgeld:
Da die kontinuierliche Arbeitszeitreduktion eine rasche Verminderung der Arbeitskapazität bewirken kann, wurde sie bei der Festlegung der neuen Ersatzrate gegenüber der Blockzeitregelung bevorzugt. Der im Rahmen des Altersteilzeitgeldes refundierte Betrag umfasst nach wie vor den zusätzlichen Aufwand des Dienstgebers, der durch den Lohnausgleich der bis zur Höchstbeitragsgrundlage anfallenden Bruttolohnkosten und der hierfür abzuführenden Dienstgeberbeiträge zur Kranken-, Pensions-, Unfall- und Arbeitslosenversicherung inklusive IESG-Zuschlag entsteht. Dies geschieht in Höhe von 90 % bei gleichbleibenden Reduzierungen, jedoch lediglich mit 55 % bei Blockzeitvereinbarungen. Dementsprechend erhält der Dienstgeber 90 % bzw. 55 % der zusätzlichen Sozialversicherungsbeiträge, die nach wie vor in der gleichen Höhe wie vor dem Übertritt in die Altersteilzeitarbeit zu entrichten sind, refundiert.

Altersteilzeit für Teilzeitbeschäftigte:
Neu ist die Möglichkeit der Inanspruchnahme von Altersteilzeitgeld für Teilzeitbeschäftigte, deren Arbeitszeit zuvor zumindest 60 % der Normalarbeitszeit betragen hat.

Berücksichtigung von Kurzarbeit: Wurde vor dem Eintritt in die Altersteilzeitarbeit Kurzarbeit geleistet, wird diese hinsichtlich Arbeitszeit und Entgelt wie Zeiträume mit Normalarbeitszeit behandelt.

Korridorpension: Sowohl für Vereinbarungen seit 1.9.2009 als auch für ältere Vereinbarungen besteht die Möglichkeit, trotz eines (nicht geltend gemachten) Anspruches auf Korridorpension, für die Dauer bis zu längstens einem Jahr ab Erfüllung dieser Pensionsvoraussetzungen Altersteilzeitgeld zu erhalten. 

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Was änderte sich mit 1.1.2010?

Zugangsalter: Um den Arbeitsmarkt zu entlasten, wird das seit 2009 geltende Zugangsalter von 53 Lebensjahren bei Frauen sowie 58 Lebensjahren bei Männern auch 2010 beibehalten.

Entlastung des Administrativaufwandes durch geänderte Berücksichtigung von Sonderzahlungen in allen Fällen: Durch die Berücksichtigung der Sonderzahlungen mit einem Sechstel des laufenden monatlichen Altersteilzeitgeldes auch in Altersteilzeitmodellen, die vor dem 1.9.2009 begonnen haben, entfallen hier gesonderte Meldungen der Dienstgeber.

Abgeltung kollektivvertraglicher Lohnerhöhungen durch den Tariflohnindex: Kollektivvertragliche Lohnerhöhungen werden seit 2010 ausschließlich durch Erhöhung des Altersteilzeitgeldes mit dem Tariflohnindex berücksichtigt. Diese Erhöhung mit Tariflohnindex erfolgt im Mai des betreffenden Jahres und behält ihre Wirksamkeit für die folgenden zwölf Monate.

Das bedeutet für Dienstgeber, dass Kollektivvertragserhöhungen seit 2010 (unabhängig von ihrer Höhe) nicht mehr zu melden sind.

Ausnahmen stellen lediglich diejenigen Fälle dar, in denen der Lohnausgleich durch den Wert der Höchstbeitragsgrundlage eingekürzt wird. Hier sind auch kollektivvertragliche Anpassungen nach wie vor zu melden.

Berücksichtigung anderer Änderungen des Entgeltes (z. B. Biennalsprünge): Alle Entgeltänderungen, die nicht auf eine kollektivvertragliche Lohnerhöhung zurückgehen, können beim Altersteilzeitgeld nur berücksichtigt werden, wenn sie den Betrag von € 20,-- überschreiten. Liegt eine derartige Änderung unter € 20,--, ist sie dem AMS nicht zu melden. 

Ausnahmen sind auch hier die Fälle, in denen der Lohnausgleich durch den Wert der Höchstbeitragsgrundlage eingekürzt wird.

Bei diesen sind Entgeltänderungen unabhängig von ihrer Höhe - also auch dann, wenn sie unter € 20,-- liegen - jedenfalls dem AMS zu melden. 

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Beispiel zu "Zugangsalter"

Eine am 1.2.1957 geborene Frau hat am 1.2.2010 das 636. Lebensmonat vollendet (53 Lebensjahre). Die Pensionsversicherungsanstalt bestätigt ihren Pensionsstichtag unter Berücksichtigung der Pensionsreform mit 1.11.2016. Auf Grund der Übergangsregelung kann in diesem Fall das Altersteilzeitgeld bei Vorliegen einer entsprechenden Vereinbarung mit dem Dienstgeber und Erfüllung aller sonstigen Voraussetzungen ab Vollendung von 53 Lebensjahren längstens für die Dauer von sechs Jahren und neun Monaten bezogen werden.

Kommt es zu einer "Blockzeitvereinbarung" darf jedoch die Freizeitphase zweieinhalb Jahre nicht überschreiten.

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Beispiel zu "Abgeltung kollektivvertraglicher- Lohnerhöhungen ..."

Laufendes Altersteilzeitgeld für Dezember 2009:

Durchschnittseinkommen der letzten
12 Monate vor der Altersteilzeit:  
€ 2.000,--
Ausmaß der Reduzierung: 50 %
letzte Beitragsgrundlage vor Reduzierung der
Arbeitszeit:  
€ 2.050,--
Gehalt für reduzierte Arbeitszeit:   € 1.025,--
Lohnausgleich: 50 % von € 2.000,-- minus € 1.025,-- € 487,50
DG-Beiträge für Lohnausgleich (21,33 %, D1)     € 103,98
restliche DG/DN-Beiträge: € 2.050,-- minus € 1.512,50
(38,40 %) 
€ 206,40
monatliches Altersteilzeitgeld für laufendes Entgelt:   € 797,99


Mit Jänner 2010 wurde das Altersteilzeitgeld um 1/6 zur Abdeckung der Sonderzahlungen (€ 133,--) erhöht. Somit wird ab Jänner 2010 Altersteilzeitgeld in der Höhe von monatlich € 930,99 (€ 797,99 + € 133,--) angewiesen. Die kollektivvertragliche Erhöhung ab Jänner 2010 mit 1,50 % bleibt dagegen unberücksichtigt.

Mit Mai 2010 wird der gesamte Altersteilzeitgeldbetrag (€ 930,99) um den Tariflohnindex für 2009 erhöht – hier fiktiv angenommen mit 1,10 %. Monatliches Altersteilzeitgeld ab Mai 2010: € 941,23 (€ 930,99 + 1,10 %).