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EURO 1.000,-- Mindestlohn

Einigung der Sozialpartner


Veröffentlichung: NÖDIS, Nr. 9/September 2007

Bis 2009 sollen die kollektivvertraglichen Mindestlöhne schrittweise auf € 1.000,-- angehoben werden. Darauf einigten sich Anfang Juli die Wirtschaftskammer Österreich (WKO) und der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) im Rahmen einer "Grundsatzvereinbarung“.

WKO und ÖGB verpflichten sich, innerhalb ihres Wirkungsbereiches sicher zu stellen, dass in den jeweiligen Branchenkollektivverträgen ein Mindestlohn/-gehalt von € 1.000,-- für die gesetzliche oder kollektivvertragliche Normalarbeitszeit erreicht wird. Die "Grundsatzvereinbarung“ sieht Folgendes vor:

  • Ausgegangen wird von einem regelmäßigen monatlichen Bruttolohn/-gehalt ohne Einbeziehung von Sonderzahlungen, Sachbe­zügen oder unregelmäßigen Ent­geltbestandteilen.
  • Teilzeitbeschäftigte (geringfügig Beschäftigte) erhalten den ihrer Arbeitszeit entsprechenden Anteil am Mindestlohn.
  • Lohngruppen unter € 1.000,-- dürfen nur noch für Lehrlinge und Praktikanten bestehen.
  • Echte Dienstverhältnisse von Ferialarbeitern fallen dagegen ebenfalls in die "Grundsatzvereinbarung“.

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Zeitplan für die Anhebung

Die Umsetzung auf Branchenebene wird in einem ersten Schritt den Kollektivvertragspartnern überlassen:

  • In jenen Branchen, deren niedrigster Bruttolohn/-gehalt bereits jetzt über € 900,-- liegt, soll die Anhebung auf € 1.000,-- spätestens mit 1.1.2008 erfolgen.
  • In Branchen mit regelmäßigen Lohnrunden in der ersten Jahreshälfte, deren letzter Lohn-/Gehaltsabschluss 2007 erfolgte, soll die Anhebung bis spätestens 1.7.2008 durchgeführt werden.
  • In jenen Branchen, in denen der niedrigste Bruttolohn/-gehalt unter € 900,-- liegt, sind diese Mindestlöhne/-gehälter bis spätestens 1.1.2009 auf € 1.000,-- anzuheben.


Sollten die Vorhaben auf Branchen­ebene nicht verwirklicht werden können, beabsichtigen die Sozialpartner einen Generalkollektivvertrag abzuschließen, der in ihrem Wirkungsbereich den Mindestlohn flächendeckend umsetzt. Darüber hinaus wollen sich die Sozialpartner auch außerhalb ihres unmittelbaren Wirkungsbereichs für eine universelle Geltung des Mindestlohns/-gehalts bis 2009 einsetzen.