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Kombilohn in Kraft

AMS-Förderung der Beschäftigung im Niedriglohnsektor


Veröffentlichung: NÖDIS, Nr. 2/Februar 2006

Mehr als 600 langzeitarbeitslose Niederösterreicher sollen durch den Kombilohn wieder eine Beschäftigung finden, hofft das Arbeitsmarktservices (AMS). Gelingen soll dies durch Beihilfen an Arbeitgeber und Arbeitnehmer.

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Was ist der Kombilohn?

Der Kombilohn besteht aus dem Lohn des Arbeitgebers und einem AMS-Zuschuss für den Beschäftigten.

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Wer kann einen Kombilohn erhalten?

Arbeitnehmer unter 25 oder über 45 Jahre, die bereits länger als ein Jahr arbeitslos gemeldet sind.

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Welchen Vorteil hat der Dienstgeber?

Stellt er einen der vorher genannten Langzeitarbeitslosen ein, erhält der Arbeitgeber vom AMS ebenfalls einen Zuschuss:

  • 11,7 % der Bemessungsgrundlage (laufendes Bruttoentgelt plus 50 % Pauschale für Nebenkosten) bei Vorliegen eines Arbeitsverhältnisses von unter 50 % der gesetzlichen oder kollektivvertraglichen Wochenstunden.
  • 30 % der Bemessungsgrundlage bei Vorliegen eines Beschäftigungsausmaßes ab 50 % der gesetzlichen oder kollektivvertraglichen Wochenstunden. Der Fördersatz von 30 % gilt in Niederösterreich. Über die Höhe in den anderen Bundesländern erteilt Ihnen das AMS gerne Auskunft.


Die Sozialversicherungsbeiträge sind vom ausbezahlten Bruttoentgelt zu entrichten.

Eine Entgeltobergrenze von € 1.000,-- brutto darf allerdings nicht überschritten werden.

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Welchen Vorteil hat der Arbeitnehmer?

Der AMS-Zuschuss, den der Dienstnehmer zu seinem Lohn erhält, gilt für die Sozialversicherung als Beihilfe zur Deckung des Lebensunterhaltes. Von diesem Zuschuss sind weder Sozialversicherungsbeiträge noch Lohnsteuer zu bezahlen.

Die Höhe der Beihilfe beläuft sich auf maximal 50 % des zuletzt gebührenden Arbeitslosengeldes (bzw. der Notstandshilfe). Höchstens beträgt sie jedoch die Differenz zwischen dem monatlichen Bruttoentgelt und der Obergrenze von € 1.000,--.

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Wie lange können die jeweiligen Beihilfen gewährt werden?

Die Beihilfen können für die Dauer des Arbeitsverhältnisses, jedoch maximal bis zu einem Jahr, gewährt werden.

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Was ist sonst noch zu beachten?

  • Der Kombilohn gilt für Beschäftigungsverhältnisse ab 1.2.2006.
  • Das Kombilohn-Modell ist vorläufig bis 31.12.2006 befristet, wobei jedoch laufende Förderungsvereinbarungen auch noch im Jahr 2007 ausbezahlt werden.
  • Die Beihilfen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer werden bei einjährigen Förderungsvereinbarungen zwölfmal im Jahr ausgezahlt.
  • Um die Beihilfen beziehen zu können, müssen sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer vor Beginn des Arbeitsverhältnisses die jeweilige regionale AMS-Geschäftsstelle kontaktieren.
  • Regional unterschiedliche Förderungsvoraussetzungen sind möglich!

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Beispiel

Annahmen:
51-jähriger Langzeitarbeitsloser
Arbeitslosengeld: € 650,--
Aufnahme einer Beschäftigung mit einem Bruttobezug von € 720,--
Beschäftigung im Ausmaß von zumindest 50 % der kollektivvertraglichen Wochenstunden

Kombilohn Arbeitnehmer:
Fördersatz max. 50 % des zuletzt bezogenen Arbeitslosengeldes: € 325,-- (50 % von € 650,--)
Bruttoentgelt € 720,-- + Förderung € 325,-- = € 1.045,--Höchstgrenze für Dienstnehmer: € 1.000,--.
AMS-Beihilfe für den Dienstnehmer daher: € 280,--

Förderung Arbeitgeber:

30 % der Bemessungsgrundlage: Bemessungsgrundlage = € 720,-- + € 360,-- = € 1.080,--. Förderung daher: € 324,--.

Der Dienstnehmer ist mit einem Bruttogehalt von € 720,-- anzumelden und abzurechnen.