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Altersteilzeit


Veröffentlichung: NÖDIS, Nr. 9/September 2009

Mit 1.9.2009 kommt es im Bereich der Altersteilzeit (für Ansprüche auf Altersteilzeitgeld auf Grund von Vereinbarungen, deren Laufzeit nach dem 31.8.2009 beginnt) u. a. zu folgenden Neuregelungen:

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Altersgrenze

Um den Zugang zur Altersteilzeit zu erleichtern, gilt im Jahr 2010 das gleiche Mindestzugangsalter wie 2009, also 53 Jahre für Frauen und 58 Jahre für Männer.

Ab 2011 wird die Altersgrenze wieder jährlich um ein halbes Jahr angehoben. Im Jahr 2014 beträgt das "endgültige" Zugangsalter schließlich 55 bzw. 60 Jahre.

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Kontinuierliche Arbeitszeitverkürzung

Die kontinuierliche Arbeitszeitreduktion wird gegenüber Blockzeitvereinbarungen begünstigt. Das Altersteilzeitgeld deckt hier (im Gegensatz zu Blockzeitvereinbarungen) 90 % des zusätzlichen Aufwandes, der dem Dienstgeber im Rahmen der Altersteilzeit entsteht, ab. Als kontinuierliche Arbeitszeitvereinbarungen gelten Vereinbarungen,

  • wenn die Schwankungen der Arbeitszeit in einem Durchrechnungszeitraum von längstens einem Jahr ausgeglichen werden oder
  • die Abweichungen jeweils nicht mehr als 20 % der Normalarbeitszeit betragen und insgesamt ausgeglichen werden.
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Blockzeit

Bei Blockzeitvereinbarungen deckt das Altersteilzeitgeld 55 % der Aufwendungen ab.

Als Blockzeitvereinbarungen gelten Vereinbarungen, wenn der Durchrechnungszeitraum mehr als ein Jahr beträgt oder die Abweichungen mehr als 20 % der Normalarbeitszeit betragen. Die Freizeitphase darf nicht länger als zweieinhalb Jahre dauern.

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Ersatzkraft

Die Einstellung einer Ersatzkraft bei Altersteilzeitvereinbarungen, die nach dem 31.8.2009 beginnen, ist weder bei der kontinuierlichen Arbeitszeitreduktion noch bei der Blockzeit erforderlich.

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Teilzeitbeschäftigung

Teilzeitbeschäftigte, deren Arbeitszeit zumindest 60 % der Normalarbeitszeit beträgt (bisher waren 80 % erforderlich), können ebenfalls das Altersteilzeitmodell beanspruchen.

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Kurzarbeit

Phasen der Kurzarbeit werden bei der Beurteilung der Voraussetzungen für das Altersteilzeitgeld und des Entgeltes als Zeiträume mit Normalarbeitszeit gewertet.

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Lohnerhöhungen

Kollektivvertragliche Lohnerhöhungen werden ab 2010 künftig mit dem Tariflohnindex automatisch bei der Bemessung des Altersteilzeitgeldes angerechnet.

Darüber hinausgehende Lohnerhöhungen sind wie bisher dem Arbeitsmarktservice (AMS) zu melden. Sie werden berücksichtigt, sofern der Unterschied zwischen dem tatsächlichen Lohn und dem der Altersteilzeitgeldberechnung zu Grunde gelegten indexierten Lohn mehr als € 20,-- monatlich beträgt.

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SV-Beitragsgrundlage

Grundlage für die Ermittlung der Sozialversicherungsbeiträge ist nach wie vor das gebührende Entgelt vor Herabsetzung der Normalarbeitszeit bis zur Höchstbeitragsgrundlage. Dies gilt auch analog für Sonderzahlungen.

Die jährliche Anhebung der Höchstbeitragsgrundlage sowie kollektivvertragliche oder sonst gebührende Lohnerhöhungen sind zu berücksichtigen. Die letzte volle Beitragsgrundlage ist somit insofern variabel, als sie durch solche Steigerungen entsprechend erhöht wird.

In die Beitragsgrundlage eingeflossene, regelmäßig über einen längeren Zeitraum bezahlte Prämien und Überstunden (Richtwert ist ein Zeitraum von mindestens drei Monaten) sind zu berücksichtigen. Gebühren derartige Bezüge lediglich einmalig, bleiben sie außer Betracht.

Weitere Informationen zum Thema Altersteilzeit finden Sie auf der Homepage des Arbeitsmarktservices.