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Service-Entgelt statt Krankenscheingebühr


Veröffentlichung: NÖDIS, Nr. 8/August 2005

In Niederösterreich erhalten gerade rund 1,5 Millionen Versicherte ihre e-card, die ja bekanntlich den Krankenschein ablöst. Die Einhebung des vom Beschäftigten jährlich dafür zu zahlenden Service-Entgeltes von € 10,-- erfolgt durch den Dienstgeber.

Das Service-Entgelt ist vom Dienstgeber erstmals am 15.11.2005 für das Jahr 2006 einzuheben und an den KV-Träger abzuführen. Und zwar für jene Personen, die am 15. November zur Krankenversicherung nach dem Allgemeinen Sozialversicherungsgesetz (ASVG) gemeldet sind.

Dies können sein:

  • Dienstnehmer,
  • freie Dienstnehmer,
  • Lehrlinge,
  • Personen in einem Ausbildungsverhältnis,
  • Dienstnehmer, die auf Grund einer Arbeitsunfähigkeit mindestens die Hälfte ihres Entgeltes vom Dienstgeber fortgezahlt bekommen,
  • Bezieher einer Ersatzleistung für Urlaubsentgelt,
  • Bezieher einer Kündigungsentschädigung und
  • mitversicherte Ehegatten/Lebensgefährten der vorstehenden Personen.


Zusätzlich hat der Dienstgeber auch das Serviceentgelt für Ehegatten oder Lebensgefährten einzuheben, die am 15.11. mitversichert sind!
Achten Sie bitte daher darauf, von Ihren Dienstnehmern die entsprechenden Informationen (z.B. Alleinverdienerabsetzbetrag ja/nein?) zu erhalten.

Kein Service-Entgelt ist vom Dienstgeber einzuheben für:

  • geringfügig Beschäftigte,
  • Dienstnehmer, die am 15.11. keine Bezüge erhalten (also z.B. bei Wochenhilfe, Karenz nach dem Mutterschutzgesetz/Väter-Karenzgesetz, Präsenzdienst bzw. Zivildienst),
  • Dienstnehmer, die auf Grund einer Arbeitsunfähigkeit weniger als die Hälfte ihres Entgeltes vom Dienstgeber fortgezahlt bekommen,
  • Personen, von denen bekannt ist, dass sie bereits im ersten Quartal des nachfolgenden Jahres die Anspruchsvoraussetzungen für eine Eigenpension erfüllen werden, und für
  • als Angehörige geltende Kinder.

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Meldung und Abfuhr des Service-Entgeltes

Betriebe, die ihre Beiträge im Lohnsummenverfahren abrechnen (Selbstabrechner) haben das Service-Entgelt in der Verrechnungsgruppe N 89 mit der Beitragsnachweisung für November an den zuständigen Krankenversicherungsträger zu melden. Die Einzahlung erfolgt dann (gemeinsam mit den übrigen Sozialversicherungsbeiträgen für November) bis spätestens 15. Dezember.

Für Vorschreibebetriebe wird es ein bundeseinheitliches Formular geben, mit dem die Summe der einzuhebenden Service-Entgelte gemeldet werden kann. Die Meldung hat (laut einem Richtlinienentwurf des Hauptverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger) innerhalb von 7 Tagen nach Ende des Beitragszeitraumes November zu erfolgen.

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Mehrfach versicherte Dienstnehmer

Wird das Service-Entgelt nachweislich bereits von einem anderen Arbeitgeber eingehoben oder liegt eine Bestätigung über einen Befreiungsgrund vor, muss der Dienstgeber das Service-Entgelt nicht abführen ("ELDA-Forum" vom 20.9.2005). Fehlen derartige schriftliche Nachweise, ist das Service-Entgelt einzuheben! Die betroffenen Personen erhalten aber selbstverständlich das eventuell zuviel bezahlte Service-Entgelt auf Antrag vom KV-Träger zurück.

Der Dienstnehmer muss dazu dem Träger die Gehaltszettel vorlegen, auf denen der Abzug des Service-Entgeltes ersichtlich ist. Sollte dies nicht möglich sein, bitten wir Sie, für diesen Beschäftigten eine Bestätigung über die Einhebung des Service-Entgeltes auszustellen.