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1. Plenum


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Eröffnungsstatement der Vorsitzenden der NÖ Plattform Betriebliche Gesundheitsförderung und Prävention (BGF NÖ)

Karin Scheele

Mag.a Karin Scheele
Landesrätin für Gesundheit, Soziales und Jugendwohlfahrt
Vorsitzende der Plattform BGF NÖ


Die Menschen in Europa werden immer älter. Auch die österreichische Bevölkerung lebt länger und bleibt länger gesund als je zuvor. Mit diesen demographischen Veränderungen gehen auch eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit und die Zunahme älterer Belegschaft in den Unternehmen einher. Schon heute sind mehr als die Hälfte aller Beschäftigten in unserem Land älter als 40 Jahre und in wenigen Jahren werden die über 45-jährigen die größte Gruppe der ArbeitnehmerInnen stellen.

Im Alter verändert sich die psychische und physische Belastungsfähigkeit des Menschen. Das heißt nicht, dass ältere ArbeitnehmerInnen unproduktiver oder weniger wert sind. Es zeigt uns aber die Notwendigkeit einer veränderten Arbeitsorganisation, die diese natürlichen Entwicklungen berücksichtigt. Die Energie, Tatkraft und die frischen Ideen junger Beschäftigter in Kombination mit der Erfahrung und Weitsicht älterer ArbeitnehmerInnen können eine win-win Situation schaffen: Die Unternehmen profitieren von dieser Steigerung an Produktivität, die ArbeitnehmerInnen durch sinnstiftende Einbeziehung in die Arbeitswelt.

Vor diesem Hintergrund müssen wir die demographischen Entwicklungen als Chance verstehen. Unternehmen sind gewohnt, sehr rasch auf Veränderungen des Marktes zu reagieren und werden daher zunehmend mit älteren MitarbeiterInnen planen müssen. Eine große Herausforderung für die österreichische Wirtschaft sowie für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, aber auch eine Verpflichtung der Politik, rechtzeitig geeignete Rahmenbedingungen und Begleitmaßnahmen zu setzen.

Besonders wichtig für uns als „Plattform BGF“ in Niederösterreich: Wir müssen verstärkt darauf achten, dass die Menschen gesund, qualifiziert und motiviert im Erwerbsleben verbleiben können. Zahlreiche Studien zeigen uns, welch wichtige Rolle in diesem Zusammenhang einer umfassenden betrieblichen Gesundheitsförderung zukommt. Die enge Wechselwirkung zwischen Gesundheit und Motivation der MitarbeiterInnen, den Krankenstandstagen und der Anzahl an Invaliditätspensionen sowie der Produktivität bzw. dem wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens, bestätigen unsere tägliche Arbeit.

Im „Jahr des aktiven Alterns und der Solidarität zwischen den Generationen“ haben wir daher für unsere Arbeit 2012 einen Schwerpunkt „Alter(n)sgerechte Arbeitswelt“ gewählt. Auch die heutige Tagung steht ganz in diesem Zeichen und ich hoffe, dass die vorgestellten Erfahrungsberichte und die neu entwickelten Modelle und Konzepte auf Ihr Interesse stoßen.

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Macht Arbeit gesund? – Alter(n)sgerechte Arbeitsgestaltung als Führungsaufgabe

Referent: Prof. Dr. Heinrich Geißler, Beratung & Forschung, Bregenz – Hamburg - Zürich

Präsentation Prof. Geißler:
http://www.noedis.at/flipbook/publikationen/bgf/alternsgerechtearbeitswelt/02/flipviewerxpress.html

linkCurriculum Vitae - Prof. Dr. Heinrich Geißler (137.7 KB)

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Bewegte Pause

Referent: Mag. Dr. Hannes Pratscher
Jahrelange Trainertätigkeit im Hochleistungssport Österreichweite Leitung von Gesundheitsseminaren, Buch- und Broschürenautor

pratscher.bewegen & leben
Mitterweg 8A, 2560 Hernstein
Tel.: (0676) 373 38 89
E-Mail, Internet

Das Institut pratscher.bewegen & leben möchte Menschen auf allen Ebenen bewegen und bietet:

Vorträge, Workshops, Seminare sowie persönliche Betreuung zu den Themenkreisen:
• Gesunder Rücken
• Gesund & Fit
• Brain-Fitness und Stressmanagement

Das spezielle Know-How von pratscher.bewegen & leben im Bereich der Gesundheitsförderung, Leistungssteigerung und Prävention nehmen renommierte Firmen und Institutionen in ganz Österreich in Anspruch.

In Niederösterreich gibt es schon eine langjährige Zusammenarbeit mit der NÖGKK, Wirtschaftskammer, SVA und vielen anderen Institutionen.

Präsentation Mag. Dr. Pratscher:
http://www.noedis.at/flipbook/publikationen/bgf/alternsgerechtearbeitswelt/03/flipviewerxpress.html

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Der Krankenstand als Kenngröße für Gesundheitspolitik und Betriebliche Gesundheitsförderung

Referent: Dr. Thomas Leoni, Österreichisches Institut
für Wirtschaftsforschung (WIFO)

linkCurriculum Vitae Dr. Leoni (142.2 KB)


Abstract


Der Krankenstand ist sowohl auf gesamtwirtschaftlicher Ebene als auch für die einzelnen Betriebe eine wichtige gesundheitspolitische Größe. Dieses Impulsreferat gibt einen Überblick zur Entwicklung des Krankenstandgeschehens und erläutert die wichtigsten Bestimmungsgründe von krankheitsbedingten Fehlzeiten. Ein besonderes Augenmerk gilt der gesundheitlichen Situation von älteren Beschäftigten und dem Zusammenhang zwischen Krankenstand und Invalidität, sowie der Rolle der Unternehmenskultur für das Wohlbefinden der Beschäftigten.

Im vergangenen Jahr waren die unselbständig Beschäftigten in Österreich durchschnittlich etwa 13 (Kalender)Tage im Krankenstand. In einer längerfristigen Beobachtung ist die Krankenstandsquote rückläufig, die krankheitsbedingten Fehlzeiten erreichten 1980 ihren Höchstwert, als pro Kopf 17,4 Krankenstandstage anfielen. Prinzipiell ist eine Senkung der Krankenstände als positiv und wünschenswert zu beurteilen. Dennoch muss bedacht werden, dass die Krankenstands-entwicklung nicht immer unmittelbar das gesundheitliche Befinden der (erwerbstätigen) Bevölkerung widerspiegelt. Veränderungen in der Zusammensetzung der Beschäftigung wirken sich spürbar auf das Krankenstandsniveau aus. So schlägt sich beispielsweise der frühzeitige Erwerbsaustritt (in die Pension oder in die Arbeitslosigkeit) von Personen mit gesundheitlichen Problemen günstig auf die Krankenstandsquote nieder. Auch eine Steigerung der Bereitschaft, krank arbeiten zu gehen (das Phänomen des Präsentismus) kann sich positiv auf die Krankenstandsstatistik auswirken, ist aber aus gesundheitlicher wie ökonomischer Sicht problematisch.

Die Unternehmenskultur kann über unterschiedliche Kanäle einen positiven Beitrag zur Gesundheit und zum Wohlbefinden der Beschäftigten leisten. Ein unmittelbarer Zusammenhang besteht dadurch, dass die Unternehmenskultur den betrieblichen Umgang mit dem Thema Gesundheit prägt, sowie den Stellenwert, den Gesundheitsförderung im Unternehmen einnimmt. Neben der betrieblichen Gesundheitsförderung sind aber auch Faktoren relevant, die indirekt das gesundheitliche Wohlbefinden und Verhalten der Beschäftigten beeinflussen. Zu diesen Faktoren zählen unter anderem die Qualität der Führung und des Betriebsklimas, das Ausmaß der sozialen Unterstützung bei der Bewältigung der alltäglichen Herausforderungen sowie Sinnhaftigkeit und Handlungsspielraum der Arbeitstätigkeit.

Präsentation Dr. Leoni:
http://www.noedis.at/flipbook/publikationen/bgf/alternsgerechtearbeitswelt/05/flipviewerxpress.html