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Projekt "GesundheiterLeben" - Betriebliche Gesundheitsförderung bei der Stadtgemeinde Tulln


Ausgezeichnet mit dem Gütesiegel "Betriebliche Gesundheitsförderung" des Österreichischen Netzwerkes für BGF

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Unternehmen

Die Stadtgemeinde Tulln hat etwa 16.000 Einwohner. Diese werden von ca. 293 Mitarbeiter/innen betreut. Die Stadtgemeinde gliedert sich in die Bereiche Verwaltung, Bauhof, Schulen, Kindergärten, Freizeiteinrichtungen und Museen. Die Möglichkeit zur Teilnahme am BGF-Projekt stand allen Mitarbeiter/innen offen.

Logo der Stadtgemeinde Tulln

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Firmenanschrift

Stadtgemeinde Tulln
Minoritenplatz 1
3430 Tulln
Telefon: (02272) 690-0
www.tulln.at

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Projektdaten

Projekttitel: "GesundheiterLeben"
Projektleiter: StaDir. Ing. Franz Lasser & Wolfgang Scheider
Anzahl der Beschäftigten: 293
Projektbegleitung seitens NÖGKK: Thomas Samwald
Gesundheitszirkelmoderation: Christine Hajek und Kurt Burghardt (beide NÖGKK)
Projektbeginn: Oktober 2007
Projektende: Juni 2009

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Projektziele

Zielsetzungen aus der Sicht der Beschäftigten:

  • weniger Arbeitsbelastungen und gesundheitliche Risikofaktoren
  • verringerte gesundheitliche Beschwerden
  • gesteigertes individuelles Wohlbefinden
  • Steigerung des Selbstwertgefühls
  • Besseres Betriebsklima und Stärkung der Beziehungen zwischen den Beschäftigten
  • mehr Arbeitsfreude
  • gesünderes Verhalten in Betrieb und Freizeit (höhere Lebensqualität)


Zielsetzung aus der Sicht des Unternehmens:

  • Erhöhrung der Arbeitszufriedenheit und Arbeitsleistung
  • langfristige Senkung der Krankenstände
  • gesteigerte Dienstleistungsqualität
  • verbesserte betriebliche Kommunikation
  • verbesserung des Betriebsklimas
  • Steigerung der Kompetenz der Beschäftigten in Gesundheitsfragen
  • Imagegewinn
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Projektablauf

Im März 2007 entschied die Stadtgemeinde Tulln, ein Projekt zur Betrieblichen Gesundheitsförderung zu starten.

Die Stadtgemeinde setzte sich zum Ziel, neben der Schaffung gesundheitsförderlicher Arbeitsbedingungen auch die Mitarbeiter/innen zu einem gesunden Lebensstil zu befähigen. Beratung und Begleitung fand die Stadtgemeinde Tulln bei der Umsetzung des Betrieblichen Gesundheitsförderungsprojektes bei der NÖGKK und dem Fonds Gesundes Österreich.

Das Projekt "Gesundheiterleben" soll einerseits bestehende Schwächen am Arbeitsplatz in Bezug auf Belastungen in körperlicher, seelischer und sozialer Hinsicht aufzeigen und Verbesserungen entwickeln und andererseits das Bewusstsein der Mitarbeiter/innen für ihre Gesundheit sowohl im beruflichen als auch im privaten Bereich schärfen. Durch die Befähigung der Mitarbeiter/innen zu gesundheitsförderlichem Verhalten soll ihre Lebensqualität steigen und krankheitsbedingte Fehlzeiten reduziert werden. Es sollen gesundheitsförderliche Arbeitsbedingungen geschaffen werden, in denen solches Verhalten ermöglicht und erleichtert wird. Weiters sollen etwaige Ungleichheiten am Arbeitsplatz aus geschlechterspezifischer Sicht beseitigt werden.

Im Oktober 2007 startete das Projekt mit der Auftaktveranstaltung. Bei dieser Veranstaltung wurde allen Mitarbeiter/innen die Möglichkeit geboten, sich über das neu initiierte Projekt einen Überblick zu verschaffen, indem der Projektablauf, die Mitarbeiterbefragung erklärt sowie die externen Gesundheitszirkelmoderator/innen vorgestellt wurden. Im Anschluss an die Auftaktveranstaltung fand die Mitarbeiterbefragung statt. Als Kernstück wurden Gesundheitszirkel analog dem Linzer Modell generiert. Um den arbeitsspezifischen verschiedenen Belastungen und Ressourcen gerecht zu werden, wurden vier Bereiche gebildet: Rathaus/Messe, Musikschule, Schulen/Kindergärten/Jugendtreff/Bücherei und Bauhof/Hallenbad/Kläranlage. Die Gesundheitszirkel sind das Kernstück im klassischen Projekt der betrieblichen Gesundheitsförderung und dienen dazu, Ressourcen aufzuzeigen, Belastungen zu identifizieren und dazugehörige Lösungsvorschläge zur Verminderung bzw. Vermeidung dieser zu erarbeiten. Die Moderation der Zirkel erfolgte durch externe Moderator/innen der NÖGKK. Abgerundet wurde die Analysephase durch die Übergabe der diagnosebezogenen Krankenstandsauswertung - erstellt durch die NÖGKK - im Rahmen einer Steuerungsgruppensitzung.

In der Umsetzungsphase wurden die von den Gesundheitszirkeln generierten und von der Steuerungsgruppe beschlossenen Vorschläge sowie die in der Planungsphase fixierten Interventionsprogramme umgesetzt. Auf einen ausgewogenen Mix aus verhaltens- und verhältnisbezogenen Maßnahmen wurde von der Steuerungsgruppe großer Wert gelegt.

In der nachfolgenden Evaluierungsphase erfolgte nochmals eine Mitarbeiterbefragung. Als weiteres Instrument zur Erfolgsmessung des Projektes wurden Evaluierungszirkel durchgeführt. Diese Zirkel, die in der ursprünglichen Zusammensetzung abgehalten wurden, hatten einerseits die Aufgabe zu überprüfen, ob zu den seinerzeit erarbeiteten Lösungsvorschlägen Rückmeldungen über die Umsetzbarkeit seitens der Führung erfolgten und andererseits - wie bisherige Zirkel - neue Ressourcen und Belastungen aufzuzeigen und Lösungsvorschläge zu erarbeiten.

Die abgehaltenen Evaluierungszirkel bestätigen den positiven Effekt des Projekts "GesundheiterLeben", da durchwegs positive Rückmeldungen der Teilnehmer/innen abgegeben wurden. Der durch das Projekt entstandene Regelkreis wird weiter angewandt werden, ebenso werden die Gesundheitszirkel in jährlichen Abständen zusammentreten und die bisherige Arbeit fortsetzen.

Nach ca. zweijähriger Projektlaufzeit resümieren der Stadtamtsdirektor und der Personalvertreter:

Stadtamtsdirektor:
Eine seriöse Messung, ob die eingangs erwähnten Ziele des Projektes erreicht werden konnten, ist aufgrund der kurzen Zeitspanne noch nicht möglich. Durch die offene Auseinandersetzung in den Gesundheitszirkeln sind jedoch viele Dinge in Bewegung geraten. Da die Lösungsvorschläge für die Beseitigung von belastenden Faktoren direkt von den Mitarbeiter/innen kamen, ist die Akzeptanz für die Umsetzung von Maßnahmen auch entsprechend gegeben. Viele Lösungsvorschläge, welche belastende Faktoren im Bereich der Betriebsorganisation oder der räumlichen Gegebenheiten aufzeigten, können jedoch nur mittel- oder langfristig durch Strukturveränderungen oder bauliche Maßnahmen umgesetzt werden. Durch die Schaffung eines eigenen Budgetpostens für die betriebliche Gesundheitsförderung wird auch die Nachhaltigkeit für die Zukunft gewährleistet werden.

Es kann daher eine positive Bilanz gezogen werden, da das Projekt einen wichtigen Beitrag für das Wohlbefinden der Mitarbeiter/innen leistet und bei einer entsprechenden Weiterführung ein Nutzen sowohl für Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber gegeben ist.

Personalvertreter:
Trotz anfänglicher Skepsis der Kolleginnen und Kollegen ist es gelungen, das Bewusstsein für die Eigenverantwortung zum Thema Gesundheit zu stärken. Im Laufe des Projektes mussten sicherlich mehrere Tiefs bei der Motivation in der Belegschaft überwunden werden.

Vor allem in den Gesundheitszirkeln haben die Teilnehmer aber sehr engagiert jene Arbeitsanforderungen, die von den Beschäftigten als gesundheitlich belastend erlebt werden, herausgearbeitet und gleichzeitig Lösungsvorschläge erarbeitet.

Wie schon vorher erwähnt wurde, konnten viele Maßnahmen umgesetzt werden, die das Wohlbefinden am Arbeitsplatz steigern. Bei der Umsetzung der gesundheitsfördernden Programme wie Stressabbau etc. hat sich gezeigt, dass zwar der Wunsch zur Unterstützung besteht, die Bereitschaft zur Teilnahme am angebotenen Programm aber dann doch nicht mithalten konnte.

Dieses Projekt hat auf jeden Fall geholfen, die Probleme aufzuzeigen und auch beim Arbeitgeber das Bewusstsein für den Mehrwert einer zufriedenen Belegschaft zu stärken. Wichtig ist natürlich auch die Nachhaltigkeit der betrieblichen Gesundheitsförderung zu gewährleisten. Dies scheint durch die Ausbildung von drei Mitarbeiter/innen zu Gesundheitszirkelmoderatoren und die vereinbarte weitere Durchführung von Gesundheitszirkeln gewährleistet zu sein.

Gruppenfoto der Stadtgemeinde Tulln

Für die erfolgreiche Durchführung eines BGF-Projektes erhielt die Stadtgemeinde Tulln im März 2010 das Gütesiegel, für die Jahre 2010 - 2012 des österreichischen Netzwerkes für Betriebliche Gesundheitsförderung, verliehen.

Durch die kontinuierliche Umsetzung von Maßnahmen und für die Integration von BGF in den Regelbetrieb erfolgte am 26. Februar 2013 die Wiederverleihung des Gütesiegels „Betriebliche Gesundheitsförderung“ des Österreichischen Netzwerkes für Betriebliche Gesundheitsförderung an die Stadtgemeinde Tulln.

Stadtgemeinde Tulln NÖGKK-Generaldirektor Mag. Jan Pazourek, NÖGKK-Obmann Gerhard Hutter, Wolfgang Schneider, Elfriede Pfeiffer, Gesundheitsminister Alois Stöger


Für die Bemühungen Betriebliche Gesundheitsförderung im Regelbetrieb aufrecht zu erhalten und das Wohlbefinden aller Mitarbeiter/innen weiterhin zum Thema zu machen wurde der Stadtgemeinde Tulln am 18.02.2016 zum dritten Mal das Gütesiegel „Betriebliche Gesundheitsförderung“ des Österreichischen Netzwerkes für Betriebliche Gesundheitsförderung  verliehen. 
Die Verleihung erfolgte durch Frau Bundesministerin Dr. Sabine Oberhauser, Obmann KR Gerhard Hutter und GD Mag. Jan Pazourek.

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