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Rauchfrei im Betrieb


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Das Rauchfrei Programm

Die Umsetzung des Rauchverbotes nach dem ArbeitnehmerInnenschutzgesetz ist für viele Unternehmen eine Herausforderung. Einerseits soll der Schutz vor Passivrauch gewährleistet sein, auf der anderen Seite ist ein generelles Rauchverbot in Betrieben mit vielen Konflikten behaftet, da RaucherInnen eine Einschränkung in ihre Persönlichkeitsrechte befürchten.

Im Rahmen des Projektes "Rauchfrei im Betrieb" wird Unternehmen konkrete Hilfestellung angeboten, wie sie ihren Betrieb rauchfrei gestalten können bzw. welche Schritte auf den Weg zu einem rauchfreien Betrieb notwendig sind.

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Umsetzungsmöglichkeiten im Betrieb

Verhaltensprävention

Unter Verhaltensprävention versteht man Maßnahmen, die eine Veränderung des Verhaltens von Einzelpersonen oder Gruppen beziehen. Ziel dieser Maßnahmen ist die Vermeidung von Verhalten, das die Gesundheit gefährdet.

Wird einer Raucherin bzw. einem Raucher empfohlen, das Programm "Rauchfrei in 5 Wochen" oder Einzelberatungen zu besuchen oder das Rauchertelefon anzurufen, so handelt es sich um Verhaltensprävention.

Maßnahmen der Verhaltensprävention dienen in erster Linie der Unterstützung von RaucherInnen, die eine Verhaltensänderung anstreben. Im weiteren Sinne beeinflussen diese Maßnahmen aber auch die Rauchexposition und dienen somit auch dem Schutz der NichtraucherInnen.

Verhältnisprävention

Maßnahmen der Verhältnisprävention beziehen sich auf eine Veränderung der Umgebung von Individuen.

Beispiele für Verhältnisprävention sind etwa die Einführung eines generellen Rauchverbotes sowie die Umstellung der Arbeitsumgebung (wie z. B. Errichtung von RaucherInnenräumen, rauchfreie Kantinen und Pausenräume, Entfernen von Aschenbechern am Firmengelände, Verkaufsverbot von Tabakwaren, Verbot von Tabakwerbung und der Abbau von Zigarettenautomaten, usw.).

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Erfolgsfaktoren

Die Zustimmung der Führungsebene ist Voraussetzung. An folgenden wesentlichen BGF-Leitlinien sollte sich das Projekt "Rauchfrei im Betrieb" orientieren:

  • Die gesamte Belegschaft muss einbezogen werden (Partizipation).
  • BGF muss bei allen wichtigen Entscheidungen und in allen Unternehmensbereichen berücksichtigt werden (Integration).
  • Systematische Durchführung aller Maßnahmen und Programme: Bedarfsanalyse, Prioritätensetzung, Planung, Ausführung, kontinuierliche Kontrolle und Bewertung der Ergebnisse (Projektmanagement).
  • BGF beinhaltet sowohl verhaltens- als auch verhältnisorientierte Maßnahmen (Ganzheitlichkeit).

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Praktische Umsetzung

Konstituierung/Zielfindung

Bildung einer Steuerungsgruppe
Um die notwendigen Maßnahmen zur Umsetzung des betrieblichen Nichtraucherschutzes zu steuern und zu kommunizieren, ist die Einrichtung einer Steuerungsgruppe empfehlenswert. Folgende Personen sollen vertreten sein:

  • Unternehmensleitung
  • Betriebsarzt/ärztin
  • Betriebsrat
  • externe ExpertInnen
  • PersonalentwicklerInnen
  • Sicherheitsfachkräfte/Präventivfachkräfte

Erste Sitzung der Steuerungsgruppe
In der ersten Sitzung werden die Zuständigkeiten für bestimmte Aufgabenbereiche festgelegt und die Frage geklärt, wer für die Kommunikation im Betrieb verantwortlich ist. Erste Grundinformationen sollen in dieser Sitzung vermittelt werden.

Analyse und Planung

MitarbeiterInnenbefragung
Um die Raucherquote in einem Betrieb und die Wünsche der Beschäftigten bezüglich Nichtraucherschutz und Rauchentwöhnung zu ermitteln, bietet sich eine MitarbeiterInnenbefragung an. Die so erhobenen Daten dienen der Steuerungsgruppe als Basis für die Formulierung von Zielen und Maßnahmen. Die Befragung ist ein wichtiges Mittel, um möglichst viele Beschäftigte in den Entscheidungsprozess zum betrieblichen Nichtraucherschutz einzubeziehen.

Zweite Sitzung der Steuerungsgruppe

Die primäre Aufgabe der Steuerungsgruppe ist in dieser Phase, gemeinsam tragfähige Zieldefinitionen zu entwickeln. Dazu wird häufig ein externer Moderator hinzugezogen. Generell ist festzuhalten, dass die Ziele nachvollziehbar, präzise, messbar und für MitarbeiterInnen verständlich sind. Ziele können sein:

  • Verringerung der Rauchexposition
  • Hilfestellung für Ex-RaucherInnen, um nicht rückfällig zu werden
  • RaucherInnen zum Aufhören zu motivieren
  • Einschränkung des Tabakkonsums von RaucherInnen
  • Vorbeugung von Konflikten zwischen RaucherInnen und NichtraucherInnen
In die Zielfindung sollten die Ergebnisse der MitarbeiterInnenbefragung eingebaut werden.

In der zweiten Sitzung sollte auch bereits festgelegt werden, wie der betriebliche Nichtraucherschutz festgeschrieben werden soll. Es bieten sich vor allem Betriebsvereinbarung bzw. Dienstanweisung oder ein verbindliches Rundschreiben an.

Geplante Maßnahmen können sein (im Detail):

Beschränkungen des Rauchens. Obwohl das Ideal einer rauchfreien Arbeitsumgebung anzustreben ist, wird ein totales Rauchverbot nicht in jedem Unternehmen realisierbar sein.

Unterstützung für RaucherInnen, die aufhören wollen.
In die Planung sollten auch Maßnahmen Berücksichtigung finden, die unzufriedenen RaucherInnen Unterstützung bei ihrer Verhaltensänderung bieten (z.B. Raucherentwöhnungsprogramm).

Durchführung/Maßnahmenumsetzung

Dritte Sitzung der Steuerungsgruppe
Weitere konkrete Maßnahmen werden bestimmt. Kernstück der Arbeit der Steuerungsgruppe ist die Niederlegung der betrieblichen Rauchfrei-Politik in einem verbindlichen Schriftstück (z. B. Betriebsvereinbarung, Rundschreiben).
Angebote zur Rauchentwöhnung sollen konkretisiert und durchgeführt werden (Vorträge Entwöhnungsprogramme, Folder, Broschüren).

Auswertung/Evaluation

Vierte Sitzung der Steuerungsgruppe
In der Abschlussphase werden die Interventionen hinsichtlich Effizienz und Effektivität geprüft. Dazu können Wiederholungsanalysen (z. B. zweite MitarbeiterInnenbefragung, etc.) durchgeführt werden. Probleme und Erfolge werden diskutiert. Aus den Ergebnissen der abschließenden Bewertung werden ggf. neue Projekte der Gesundheitsförderung folgen, ursprüngliche Ziele werden korrigiert oder konkretisiert.

Die MitarbeiterInnen sollten abschließend über die Bestandsaufnahme der Aktionen, die von der Steuerungsgruppe ausgingen, informiert werden. Es empfiehlt sich, die Steuerungsgruppe in lockerer Form zu erhalten, damit die Aktivitäten fortbestehen.

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Angebot der NÖGKK

linkAmbulante Raucherentwöhnung (mind. 15 Teilnehmer)