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Gesundes Führen


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1. Übersicht zum Gesunden Führen

Primäre Zielgruppe sind Unternehmer/innen und Führungskräfte mit ihren eigenen Arbeits- und Gesundheitsbedürfnissen. Als Schlüsselpersonen der betrieblichen Gesundheitsförderung haben die geplanten Interventionen bei den Führungskräften auch unmittelbare Auswirkungen auf die Befindlichkeit und Arbeitsfähigkeit der Beschäftigten (sekundäre Zielgruppe).

Das Programm widmet sich somit der Gesundheitsförderung von Führungskräften selbst und der Gesundheitsförderung von Mitarbeiter/innen durch gesundheitsförderndes Führungsverhalten (Vermittlung entsprechender Führungswerkzeuge und Verhaltensweisen). Dieses Modell ist nachhaltigkeitsorientiert und ein Hauptprodukt der NÖGKK für Klein- und Kleinstbetriebe.

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2. Zielgruppen

Unternehmer/innen, Führungskräfte und Mitarbeiter/innen

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3. Beratungsablauf 5 bis 20 Mitarbeiter

Beratungsablauf bis 20 Mitarbeiter

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4. Beratungsablauf 21 bis 50 Mitarbeiter

Beratungsablauf bis 50 Mitarbeiter

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5. Zielsetzung

Das BGF-Modell setzt auf zwei Ebenen an, die eng miteinander verbunden sind:

a) Ebene A) Förderung der Gesundheit / des Wohlbefindens / der Arbeitsfähigkeit der Führungskräfte selbst

b) Ebene B) Förderung der Gesundheit / des Wohlbefindens / der Arbeitsfähigkeit der Beschäftigten bewirkt durch gesundheitsförderndes Führungsverhalten

Interventionsziele auf der Ebene A für die Betroffenengruppe „Führungskräfte“

  • Stabilisierung und Verbesserung der/s subjektiv erlebten Gesundheit / Wohlbefindens und der Arbeitsfähigkeit der Führungskräfte
  • Senkung von Gesundheitsrisiken wie Stresserleben, Work-Life-Inbalance, Workaholic, Burnout, gesundheitlich riskante Lebensstile (Alkohol, Rauchen, Bewegungsmangel…)
  • Erhöhung der gesundheitsbezogenen Selbstbeobachtungs- und Selbstregulationskompetenz und Vermehrung der Bewältigungs- / Copingstrategien (Empowerment)
  • Verbesserung der Arbeitsrahmenbedingungen der Führungskräfte nach Gesundheitskriterien

Interventionsziele auf der Ebene B für die Betroffenengruppe „Beschäftigte“ durch verändertes Führungsverhalten
  • Stabilisierung und Verbesserung der/s subjektiv erlebten Gesundheit / Wohlbefindens / Arbeitsfähigkeit der Beschäftigten
  • Stabilisierung und Verbesserung der subjektiven Einschätzung der Beschäftigten bezüglich des Führungsverhaltens
  • Erhöhung der gesundheitsfördernden Führungskompetenz durch Einführung systematischer Mitarbeiterführungsinstrumente
  • Vermehrung der Kenntnisse über Einflussfaktoren auf Gesundheit / Wohlbefinden / Arbeitsfähigkeit im Betrieb durch Führungsentscheidungen und Führungsverhalten
  • Verbesserung der Arbeits- und Organisationsbedingungen insgesamt nach Gesundheitskriterien

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6. Nachhaltigkeit

Das Modell der Gesundes Führen-Betriebsberatungen beeinhaltet vom Grundansatz her die Befähigung zur Selbstorganisation und Weiterführung durch die Führungskräfte selbst bzw. die wertschätzenden Dialoge als regelmäßige Maßnahme im Betrieb.

Weiters können Unternehmen - je nach Bedarf – eine Nachbetreuung im Ausmaß von 2 Beratungstagen, nach erfolgreicher Beendigung des Projekts, in Anspruch nehmen. Der Betreuungszeitraum liegt bei zwei Jahren ab Abschluss der Einführungsberatung.

Die Inhalte der Nachbetreuung werden individuell auf die Bedürfnisse des Unternehmens und der Führungskräfte abgestimmt und können von telefonischer „Erinnerung“, gemeinsamer Planung des Prozesses fürs kommende Jahr, unterstützender Moderation von Auswertungs-Planungs-Workshops etc. bis hin zu begleitendem Coaching für die Führungskräfte zur Förderung und Erhaltung der eigenen Gesundheit reichen.

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7. Modellbeschreibung

Das Beratungsmodell im Detail sieht folgendermaßen aus:

7.1 Erst-/Sensibilisierungsberatung
Ziel der Erstberatung ist es, der Geschäftsführung die Grundlage zur Entscheidung zu bieten, an dem Programm teilzunehmen. Es erfolgt ein erstes persönliches Kennenlernen, die Vermittlung von BGF-Grundlagen und des konkreten Beratungsablaufs. Bei einer Entscheidung zur Teilnahme werden eine Beratungsvereinbarung und die BGF-Charta unterzeichnet.

7.2 Coaching für Führungskräfte und Informationsveranstaltung für MitarbeiterInnen
Bei der Intervention Coaching der Führungskräfte wird mit allen Führungskräften des Unternehmens, die in Folge auch MitarbeiterInnen-Gespräche („Anerkennender Erfahrungsaustausch“) führen werden, ein persönliches Coachinggespräch mit dem Fokus der Selbstein-schätzung bzw. Reflexion zur eigenen Gesundheit bzw. Arbeitsfähigkeit angeboten. Ziel dabei ist in erster Linie eine Sensibilisierung der FK für die eigene Gesundheit. Bei der internen Informationsveranstaltung wird das Programm den MitarbeiterInnen des Unternehmens vorgestellt und die MitarbeiterInnengespräche angekündigt.

7.3 Vermittlung der gesunden Dialoge
Diese Intervention entspricht einer Schulung der Führungskräfte des Unternehmens bezüglich des Zusammenhangs von „Führung“ und „Gesundheit“, im Speziellen der Wirkung des Faktors Anerkennung auf die Arbeitsfähigkeit der MitarbeiterInnen. Sie lernen das Instrument des „anerkennenden Erfahrungsaustauschs“ kennen und es selbständig anzuwenden.

7.4 Auswertung der Gespräche und Maßnahmenplanung
In einem gemeinsamen Workshop (bei Kleinstbetrieben) bzw. in zwei getrennten Workshops (bei Kleinbetrieben) werden die Gesprächsprotokolle ausgewertet und eine betriebliche „Stärken- bzw. Schwächenliste“ erstellt. Auf dieser Basis werden im Führungskreis (ggf. unter Beteiligung der MA) konkrete Maßnahmen zur Förderung von Gesundheit und Wohlbefinden erarbeitet und umgesetzt.

7.5 Evaluierungsgespräch – betriebliche Integration
Im Rahmen eines Evaluierungsgesprächs mit der Geschäftsführung wird einerseits der Maßnahmenplan bzgl. seiner Umsetzung überprüft und andererseits der Gesamtprozess der Einführung „gesunder Dialoge“ reflektiert. Bei geplanter Fortführung des Instruments wird mit der Geschäftsführung ein konkreter Umsetzungsplan besprochen.

7.6 Nachbetreuung
Mit Hilfe einer 2 jährigen Nachbetreuungsphase, in der optional vom Unternehmen im Ausmaß von 2 Leistungstagen diverse unterstützende Angebote in Anspruch genommen werden können, soll das BGF-Wissen und die selbständige Durchführung des innerbetrieblichen BGF-Prozesses gefördert und bestmöglich verankert werden.