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Kurzarbeits- bzw. Qualifizierungsunterstützung

Stand: 1.1.2016


Leistet der Dienstgeber bei Kurzarbeit eine Entschädigung an die Dienstnehmer zur teilweisen Abgeltung des Verdienstausfalles (Kurzarbeits- bzw. Qualifizierungsunterstützung), kann er vom Arbeitsmarktservice (AMS) unter bestimmten Voraussetzungen eine Kurzarbeitsbeihilfe (Qualifizierungsbeihilfe) erhalten.

Während des Bezuges der Kurzarbeits- bzw. Qualifizierungsunterstützung bleibt die Pflichtversicherung unverändert aufrecht. 

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Beitragsgrundlage

Die Beiträge und Leistungen der Sozialversicherung sind grundsätzlich nach der letzten Beitragsgrundlage vor Eintritt der Kurzarbeit zu bemessen. Seit 1.7.2009 ist ein Günstigkeitsvergleich durchzuführen.

Konkret ist ein Vergleich zwischen

  • der Beitragsgrundlage vor Beginn der Kurzarbeit und
  • jener Beitragsgrundlage, die der Dienstnehmer hätte, würde keine Kurzarbeit vorliegen,

anzustellen.

Von der jeweils höheren Beitragsgrundlage sind die Sozialversicherungsbeiträge sowie die Leistungen aus der Pflichtversicherung zu bemessen.

"Stichtag" ist dabei der erste Tag der Kurzarbeit bzw. der erste Tag einer etwaig verlängerten Kurzarbeit.

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Beispiel zur Günstigkeitsregelung

Angaben:

  • Lehrlingsentschädigung bis 30.9.2014: € 800,--
  • Gehalt ab 1.10.2014: € 1.200,--
  • Gehalt ab 1.4.2015: € 1.400,--
  • Gehalt ab 1.11.2015: € 1.600,--
  • Kurzarbeit: 1.10.2014 bis 31.3.2015
  • Verlängerte Kurzarbeit: 1.4.2015 bis 30.9.2015
  • Neuerlich verlängerte Kurzarbeit: 1.10.2015 bis 31.3.2016


Lösung:

  • Beitragsgrundlage für Kurzarbeit vom 1.10.2014 bis 31.3.2015: € 1.200,--
  • Beitragsgrundlage für verlängerte Kurzarbeit vom 1.4.2015 bis 30.9.2015: € 1.400,--
  • Beitragsgrundlage für verlängerte Kurzarbeit vom 1.10.2015 bis 31.3.2016: € 1.400,-- (die Erhöhung des Gehalts auf € 1.600,-- erfolgt erst mit 1.11.2015)
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Beiträge

Von der so ermittelten Beitragsgrundlage sind die Beiträge zur

  • Krankenversicherung (KV),
  • Unfallversicherung (UV),
  • Pensionsversicherung (PV) und
  • Arbeitslosenversicherung (AV)

zu entrichten.

Die sonstigen Beiträge und Umlagen (mit Ausnahme des Schlechtwetterentschädigungsbeitrages) wie

  • Arbeiterkammerumlage (AK),
  • Landarbeiterkammerumlage (LK),
  • Wohnbauförderungsbeitrag (WF),
  • Zuschlag nach dem Insolvenz-Entgeltsicherungsgesetz (IE),
  • Nachtschwerarbeits-Beitrag (NB)

sind ebenso wie 

  • der Beitrag zur Betrieblichen Vorsorge (BV)

zu entrichten.

Der Schlechtwetterentschädigungsbeitrag (SW) ist dagegen vom Arbeitsverdienst (tatsächliches Entgelt während der Kurzarbeit plus Kurzarbeits- bzw. Qualifizierungsbeihilfe) zu berechnen.

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Sonderzahlungen

Sonderzahlungen sind ungeschmälert nach jener Berechnungsbasis auszubezahlen, die vor Einführung der Kurzarbeit gegolten hat. Die Sozialversicherungsbeiträge sind hiervon zu entrichten.

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Untermonatiger Beginn der Kurzarbeit

Zwecks Ermittlung der Beitragsgrundlage wird in diesen Fällen das Entgelt des Vormonates durch 30 dividiert und mit der Anzahl der Tage ab Eintritt der Kurzarbeit multipliziert. Danach wird das beitragspflichtige Entgelt des Arbeitnehmers bis zum Beginn der Kurzarbeit addiert. Als Beitragsgrundlage für die Folgemonate gilt das im Monat vor Beginn der Kurzarbeit erzielte beitragspflichtige Entgelt (siehe nachfolgendes Beispiel). Wenn die Beschäftigung im Monat des Beginns der Kurzarbeit begonnen hat, ist das gebührende Entgelt vor Beginn der Kurzarbeit auf einen vollen Beitragszeitraum aufzurechnen.

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Beispiel

Nachfolgend finden Sie ein Abrechnungsbeispiel zur Kurzarbeitsunterstützung:

  linkBeitragsabrechnung bei Kurzarbeitsunterstützung - barrierefrei gemäß PDF/UA (198.2 KB)